11.
Der Ort des Grabes war ein Garten. Der Weinstock, welcher (dort) gepflanzt wurde, sprach: „Ich bin der Weinstock“1. Gepflanzt ist er worden in die Erde2, damit der Fluch, der durch Adam gekommen war, entwurzelt werde. Verurteilt war die Erde zu Dornen und Disteln. Aus der Erde sproßte der wahre Weinstock, auf daß das Wort erfüllt würde: „Wahrheit sproßte aus der Erde, und Gerechtigkeit schaute vom Himmel herab“3. Was soll (nach der Schrift) der im Garten Begrabene sagen? „Ich pflückte meine Myrrhe mit meinen Gewürzen“4. Und wiederum: „Myrrhe und Aloe samt allen edelsten Gewürzen“5. Dies sind die Kennzeichen der Totenbestattung. In den Evangelien heißt es: „Die Frauen kamen zum Grabmal und brachten Gewürze, welche sie bereitet hatten“6, auch „Nikodemus brachte eine Mischung von Myrrhe und Aloe“7.
Im Hohen Liede ist weiter geschrieben: „Ich aß mein Brot mit meinem Honig“8. Vor dem Leiden Bitterkeit, nach der Auferstehung Süßigkeit! Obwohl Jesus nach der Auferstehung durch verschlossene Türen eingetreten war, fand er nicht Glaube. Die Jünger S. 243 meinten, einen Geist zu sehen9. Er aber spricht: „Berühret mich und sehet!10 Leget, wie es Thomas verlangte, die Finger an den Ort meiner Nägel!“11 „Da sie noch nicht glaubten und sich vor Freude verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen? Da legten sie ihm einen Teil von einem gebratenen Fisch vor und Honigkuchen“12. Wie du siehst, hat sich das Wort erfüllt: „Ich aß mein Brot mit meinem Honig“.