13.
[Forts. v. S. 244 ] Nach der Erscheinung der Engel kam Jesus, um sich selbst vorzustellen. Das Evangelium berichtet: „Siehe, Jesus begegnete den Frauen und sprach: Seid gegrüßt! Sie aber traten hinzu und hielten ihn an den Füßen“1. Sie hielten ihn, damit erfüllt würde das Wort: „Ich hielt ihn, und nicht werde ich ihn lassen.“ Schwach zwar war der Leib der Frau, doch stark war ihre Seele. Nicht löschte viel Wasser ihre Liebe aus, und Ströme überfluteten sie nicht. Tot war der, den sie suchten; aber doch nicht war die Hoffnung auf seine Auferstehung erloschen. Der Engel sagt zu ihnen: „‚Fürchtet euch nicht!‘2 Nicht sage ich zu den Soldaten ‚Fürchtet euch nicht‘, sondern zu euch. Die Soldaten sollen sich nur fürchten, damit die Erfahrung sie belehre und sie bezeugen: ‚Wahrhaft, er war Gottes Sohn‘3. Ihr aber dürft euch nicht fürchten, denn ‚vollkommene Liebe vertreibt die Furcht‘4. ,Gehet hin und saget es seinen Jüngern, daß er auferstanden ist . .‘“5. Die Frauen kehrten zurück „voll Freude und Furcht“6. Steht auch dies geschrieben? Der zweite Psalm [hebr. Ps. 2], welcher das Leiden Christi ankündet, sagt: „Dienet dem Herrn mit Furcht und jubelt ihm zu mit Zittern!“7 „Jubelt ihm zu“ heißt es wegen der Auferstehung des Herrn. „Mit Zittern“ heißt es mit Rücksicht auf das Erdbeben und den Engel, der einem Blitze gleich erschienen war8.