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„Wenn aber“ — heißt es — „der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommen wird und alle Engel mit ihm . . . .“1. Achte, o Mensch, darauf, daß du in Gegenwart so vieler vor Gericht erscheinen wirst! Das ganze Menschengeschlecht wird dann zugegen sein. Überlege es, wie groß ist die römische Nation! Erwäge, wie zahlreich sind die jetzt lebenden Barbaren, und wie viele sind seit hundert Jahren gestorben! Erwäge, wie viele sind seit tausend Jahren zu Grabe gegangen! Erwäge die Zahl der Menschen von Adam bis heute! Groß ist die Menge und doch noch klein. Noch größer ist die Zahl der Engel. Sie sind die neunundneunzig Schafe, während die Menschheit das eine Schaf ist2. S. 279 Die Menge der Bewohner muß man aus der Größe aller Orte berechnen. Wenn die bewohnte Erde, welche der Mittelpunkt in der Mitte des einen Himmels ist, schon eine solche Menge zählt, welche Menge muß dann der Himmel, der diese Erde umgibt, fassen? Ist nicht unvergleichlich groß die Zahl, welche die Himmel der Himmel fassen? Es ist geschrieben: „Zehntausendmal Zehntausend dienten ihm, und zehntausendmal Zehntausend standen zu seiner Seite“3. Nicht als ob die Menge nur so groß wäre, sondern der Prophet konnte eine größere Zahl nicht aussprechen. Alsdann wird bei Gericht anwesend sein Gott, der Vater aller, zu dessen Seite Jesus Christus thront, und mit ihm wird zugegen sein der Hl. Geist. Wir alle, beladen mit unseren Werken, werden von der Posaune des Engels gerufen werden. Müssen wir nicht jetzt schon in Angst sein? Glaube nicht, o Mensch, es sei nur eine geringe Pein, wenn du vor Antritt der Strafe in Gegenwart so vieler verurteilt wirst! Sollten wir nicht lieber wünschen, oftmals zu sterben, als von Freunden verdammt zu werden?