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Bibliothek der Kirchenväter
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Works Cyril of Jerusalem (313-387) Procatechesis et Catecheses ad illuminandos Katechesen an die Täuflinge (BKV)
XVI. KATECHESE AN DIE TÄUFLINGE, frei vorgetragen in Jerusalem.
Über die Worte: „und an einen Hl. Geist, den Tröster, welcher durch die Propheten gesprochen hat."

4.

Niemand trenne daher den Alten Bund vom Neuen! Niemand sage, der Geist sei dort ein anderer als hier! Sonst versündigt er sich eben wider den Hl. Geist, der mit dem Vater und dem Sohne geehrt wird und zur Zeit der hl. Taufe in der hl. Dreifaltigkeit einbegriffen war. Ausdrücklich hat der eingeborene Sohn Gottes zu den Aposteln gesagt: „Gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des S. 288 Sohnes und des Hl.Geistes!“1 Wir hoffen auf den Vater und den Sohn und den Hl. Geist. Nicht lehren wir drei Götter. Verstummen mögen die Marcioniten! Wir verkünden mit dem Hl. Geist durch den einen Sohn einen Gott. Was wir glauben, läßt sich nicht teilen; was wir verehren, kann nicht getrennt werden. Nicht trennen wir die hl. Dreifaltigkeit, wie es einige2 machen, noch vermischen wir sie wie Sabellius. Wir anerkennen mit frommem Sinne einen Vater, der uns seinen Sohn als Erlöser gesandt hat. Wir anerkennen einen Sohn, der verheißen hat, er werde vom Vater den Tröster senden. Wir anerkennen den Hl. Geist, der in den Propheten gesprochen hat und am Pfíngstfest in Gestalt feuriger Zungen auf die Apostel herabgekommen ist hier in Jerusalem im Obergeschosse der Apostelkirche3; wir haben nämlich in allem den Vorzug4. Hier ist Christus vom Himmel herabgestiegen. Hier ist der Hl. Geist vom Himmel herabgestiegen. Es wäre wahrlich ganz am Platze, wenn wir, wie wir über Christus und den Golgatha hier auf dem Golgatha sprechen, ebenso über den Hl. Geist in der oberen Kirche sprechen würden. Da jedoch der, welcher dort herabgekommen ist, an der Ehre des hier Gekreuzigten teil hat, darum belehren wir über den, der dort herabgekommen ist, an S. 289 dieser Stätte. Was wir verehren, läßt sich ja nicht teilen.


  1. Matth. 28, 19. ↩

  2. ═ Arianer. ↩

  3. Die Apostelkirche lag auf dem Sion. Sie hieß später Marienkirche oder Sionskirche oder auch kurz die heilige Sion. Epiphanius berichtet darüber im Jahre 390 (De pondere et mensura c. 14), Kaiser Hadrian habe, als er in die zerstörte Stadt einzog und sie als Aelia Capitolina wiedererstehen ließ, im allgemeinen Ruin eine kleine Kirche erhalten gefunden, das Coenaculum, zu welchem die Apostel nach der Himmelfahrt zurückgekehrt seien. Im 4. Jahrhundert, in der konstantinischen Periode, wurde die kleine Sionskirche durch eine Basilika ersetzt, welche, wie sich aus der obigen Bemerkung Cyrills ergibt, abweichend von allen anderen Bauten und entsprechend den Grundanlagen ihrer Vorgängerin eine Doppelkirche war, in zwei Geschoßen Unterkirche und Oberkirche bergend. An Stelle der alten Apostelkirche erhebt sich jetzt — dank der Hochherzigkeit unseres deutschen Kaisers — die Dormitio B. M. V. ↩

  4. Vgl. Katech. 3, 7. ↩

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Translations of this Work
Katechesen an die Täuflinge (BKV)
Commentaries for this Work
Einleitung zu den Kathechesen

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