20.
Brüder, seien wir also für unsere Körper besorgt und mißbrauchen wir sie nicht, gerade als wären sie Fremdlinge! Sagen wir nicht wie die Häretiker: „Der Körper ist ein fremdes Gewand“1! Achten wir vielmehr auf ihn, da er unser Eigentum ist! Wir müssen nämlich dem Herrn Rechenschaft geben für alles, was wir mit dem Körper getan haben. Sagen wir nicht: „Niemand sieht mich“! Und glaube nicht, es gebe keinen Zeugen für das, was du tust! Oftmals ist allerdings kein Mensch Zeuge, wohl aber ist immer der wahrhafte Schöpfer im Himmel ein verlässiger Zeuge; er sieht, was geschieht. Auch bleiben im Körper die Flecken der Sünde. Gleichwie von einer Wunde, selbst wenn sie geheilt ist, doch S. 351 noch die Narbe am Körper bleibt, so bleiben, wenn die Sünde der Seele und dem Leibe Wunden geschlagen hat, doch noch überall die Narben; sie vergehen nur bei denen, welche das Bad (der Taufe) empfangen. Da nun Gott durch die Taufe die bisherigen Wunden der Seele und des Leibes heilt, wollen wir uns alle gemeinsam für die Zukunft sicherstellen, um dieses Gewand des Leibes rein zu bewahren und auch nicht durch etwas Unzucht und Ausschweifung oder durch irgendeine andere Sünde das himmlische Heil zu verlieren; denn das ewige Reich Gottes wollen wir erben. Möge Gott in seiner Gnade euch alle desselben würdig machen!
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Vgl. Katech. 4, 22. ↩