27.
Nachdem die erste Kirche verworfen war, hat Gott in der zweiten, d. i. in der katholischen Kirche, wie Paulus sagt, „zunächst Apostel, zweitens Propheten, drittens Lehrer aufgestellt, hat sodann Wunder, die Gaben der Heilung, der Hilfeleistung, der Verwaltung, von mancherlei Sprachen (verliehen)“1 und jede Art der Tugend, nämlich Weisheit und Verstand, Mäßigkeit und Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Menschenfreundlichkeit und eine bei Verfolgungen unüberwindliche Geduld. Diese unsere Kirche (zeigt sich) „in den Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken, geehrt und geschmäht“2; früher hat sie die heiligen Märtyrer in den Zeiten der Verfolgung und der Trübsal mit den bunten, blumenreichen Siegeskränzen der Geduld gekrönt, jetzt aber, in der Zeit des Friedens, erhält sie durch die Gnade Gottes die ihr gebührende Ehre von Königen und Machthabern und von jeder Gattung und Art von Menschen. Während die Macht der Könige beschränkt ist auf das Gebiet ihrer Völker, hat die heilige, katholische Kirche — und sie allein — eine unbegrenzte Macht über den ganzen Erdkreis. „Als ihre Grenzen S. 355 hat nämlich Gott“ — wie geschrieben ist — „den Frieden bestimmt“3.
Wollte ich die ganze Lehre der Kirche vortragen, dann bräuchte ich mehrere Stunden dazu.