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Bibliothek der Kirchenväter
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Works Tertullian (160-220) Adversus Marcionem Die fünf Bücher gegen Marcion. (BKV)
Drittes Buch

2. Cap. War Christus der Sohn und der Gesandte Gottes, so konnte er nicht urplötzlich und unvorbereitet auftreten, wie Marcion lehrt; in diesem Fall hätte er keinen Glauben bei den Menschen beanspruchen dürfen.

Ich leite also den Kampf mit der Frage ein, durfte er so plötzlich kommen, erstlich, weil auch er ja der Sohn seines Gottes war. Denn die Ordnung hätte erfordert, dass sich erst der Vater zum Sohne bekannte, dann der Sohn zum Vater, und erst der Vater von seinem Sohne S. 215 Zeugnis gab, dann der Sohn vom Vater. Sodann auch, weil er gesandt wurde, abgesehen von seiner Eigenschaft und seinem Namen als Sohn. Der Sendende hätte sich mithin vorher verbürgen müssen zum Zeugnis für den Gesandten. Denn niemand, der kraft der Autorität eines andern kommt, kann dieselbe auf seine eigene Aussage hin beanspruchen, sondern erwartet vielmehr seine Verteidigung von ihr, wobei das ganze Ansehen dessen für ihn ins Gewicht fällt, der die Autorität verleiht.

Sonst wird nicht der als Sohn anerkannt, den der Vater niemals so genannt hat, auch nicht als Gesandter angesehen, wen sein Auftraggeber nie als solchen bezeichnet hat. Ein wirklicher Vater würde ihn so genannt, ein Auftraggeber ihn als solchen bezeichnet haben. Alles wird als verdächtig gelten müssen, was von der Regel abweicht und die prinzipielle Stufenfolge der Dinge erlaubt nicht, dass der Sohn eher zur Anerkennung gelange als der Vater, der Abgeschickte eher als der Auftraggeber, Christus eher als Gott. Kein Ding wird früher Gegenstand der Erkenntnis als sein eigener Ursprung, so wenig als es in der Reihenfolge vorangeht. Er aber wird auf einmal Sohn, auf einmal Gesandter, auf einmal Christus. Ich dagegen möchte bei Gott nichts Urplötzliches annehmen, weil es nichts gibt, was von Gott nicht vorbereitet wäre. Ist die Sache aber vorbereitet, warum nicht auch vorher angekündigt? Denn dann kann sie sich als wohl vorbereitet ausweisen mittels der Ankündigung und als göttlich infolge der Vorbereitung.

Und ein so grossartiges Unternehmen, wie es nämlich für die Erlösung des Menschen vorbereitet wurde, wäre schon aus dem Grunde kein plötzliches gewesen, da es vermittels des Glaubens nützen sollte. Denn in dem Maasse, als es auf den Glauben angewiesen war, um nützen zu können, bedurfte es, um Glauben zu finden, auch der Vorbereitung. Letztere aber hat den Ratschluss und die Predigt zu ihren Fundamenten, worauf sie aufgebaut ist, damit so der ordnungsgemäss herangebildete Glaube seitens Gottes mit Recht vom Menschen gefordert werden und der Mensch ihn Gott leisten könne, durch Erkenntnis zum Glauben gezwungen, weil er glauben konnte, was er infolge der Verkündigung zu glauben angeleitet worden war.

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Die fünf Bücher gegen Marcion. (BKV)
Commentaries for this Work
Appendix to the Five Books Against Marcion

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