• Home
  • Works
  • Introduction Guide Collaboration Sponsors / Collaborators Copyrights Contact Imprint
Bibliothek der Kirchenväter
Search
DE EN FR
Works Tertullian (160-220) Adversus Marcionem Die fünf Bücher gegen Marcion. (BKV)
Drittes Buch

22. Cap. Auch das Wirken der Apostel, die Kirche, als die allgemeine Heilsanstalt zur Verehrung Gottes, und ihre Sakramente sind durch die Propheten des Schöpfergottes bereits angekündigt worden.

Auch das Wirken der Apostel findet sich prophezeit. „Wie lieblich sind die Füsse derer, die den Frieden verkündigen, die Gutes verkündigen“,1 nicht Krieg, nicht Unheil. Dem entspricht auch der Psalm: „Über die ganze Erde ist ausgegangen ihr Schall und bis zu den Grenzen der Erde ihre Stimmen“,2 derjenigen natürlich, welche das Gesetz, das von Sion, und das Wort des Herrn, das von Jerusalem ausging, umhertragen, damit geschehe, was geschrieben steht: „Sie alle, die fern sind von meiner Gerechtigkeit, kommen heran zu meiner Gerechtigkeit und Wahrheit.“3

Als sich die Apostel zu diesem Werke anschickten, sagten sie sich allerdings von den Priestern, Fürsten und Ältesten der Juden los. Geschah es nicht gerade deshalb, fragt man, weil sie einen andern Gott predigten? Nein, eben denselben, dessen hl. Schrift sie gerade erfüllten. „Weichet, weichet“, ruft Isaias, „entfernt Euch von da und rühret nichts Unreines an“,4 nämlich keine Lästerung gegen Christus. „Ziehet aus“, natürlich aus der Synagoge; „sondert Euch ab, Ihr, die Ihr die Gefässe des Herrn traget.“ Denn der Herr hatte bereits entsprechend obigen Stellen mit seinem Arme das Heilige, d. h. Christum, durch seine Kraft vor den Heiden geoffenbart, so dass alle Nationen und die Gipfel der Erde das Heil sahen, das von Gott kam. So wandten sie sich denn vom Judaismus ab, indem sie die Verpflichtungen und Lasten des Gesetzes bereits mit der Freiheit des Evangeliums vertauschten, und sie verwirklichten die Worte des Psalmes: „Zerbrechen wir ihre Fesseln und werfen wir von uns ihr Joch“ sicher nach der Zeit, „da die Heiden getobt und die Völker auf Eitles gesonnen hatten, da die Könige zusammengetreten waren und die Fürsten sich gegen den Herrn und seinen Gesalbten vereinigt hatten.“5

Was haben aber die Apostel in der Folgezeit zu leiden gehabt? Alle Unbill der Verfolgungen, antwortet unser Gegner, natürlich durch die Leute S. 248 des Demiurgen, weil sie die Gegner dessen waren, den jene predigten. — Und warum hat der Demiurg, wenn er der Gegner Christi war, nicht bloss vorherverkündet, dass dessen Apostel dieses leiden würden, sondern auch sogar Vorwürfe deshalb erhoben? Die Anordnungen und Einrichtungen des andern Gottes konnte er nicht weissagen, da er sie, wie Ihr behauptet, nicht kannte, auch würde er keinen Tadel über das erhoben haben, woran er selbst schuld war. „Sehet, wie der Gerechte zu Grunde geht und niemand es zu Herzen nimmt, wie die gerechten Männer umkommen und niemand darauf achtet.“6 Vor der Person der Ungerechtigkeit nämlich ist der Gerechte hinweggenommen. Wer anders als Christus? „Kommt,“ sagen sie, „beseitigen wir den Gerechten, da er uns unnütz ist.“7

Wenn er mithin zum voraus bemerkte und hinterher beifügte, auch Christus habe gelitten und seine Gerechten würden ebenso dieselben Leiden erdulden müssen, die Apostel sowohl als auch alle Gläubigen, so hat er damit prophezeit, sie würden Gezeichnete sein mit jenem Zeichen nämlich, von welchem Ezechiel sagt: „Es sprach zu mir der Herr: Gehe hindurch in der Mitte des Thores mitten durch Jerusalem und mache das Zeichen des Tau auf die Stirn der Männer.“ Der griechische Buchstabe Tau ist nämlich unser T, eine Art von Kreuz, welches sich, wie er dadurch andeutete, auf unseren Stirnen befinden würde, im wahren katholischen Jerusalem, in welchem die Brüder Christi, d. h. die Kinder Gottes, Gott, ihrem Vater, Lob darbringen werden, wie der 21. Psalm [=22. Psalm] in der Person Christi selbst dem Vater zuruft: „Ich werde Deinen Namen meinen Brüdern kundthun und inmitten der Versammlung Dir Lob singen.“ Was nämlich in seinem Namen und in seinem Geiste in unseren Tagen geschehen sollte, das wird mit Recht als durch ihn geschehend geweissagt. Etwas weiter unten heisst es: „Von Dir empfange ich Lob in grosser Versammlung“, und im 67. Psalm [=68. Psalm]: „In den Versammlungen preiset den Herrn“, so dass auch die Prophezeiung des Malachias damit zusammentrifft: „Mein Wille ist es nicht, spricht der Herr, und ich nehme keine Opfer von Euch an; denn vom Aufgang der Sonne bis zum Niedergang wird mein Name verherrlicht werden unter den Völkern und an allen Orten wird meinem Namen geopfert und ein reines Opfer dargebracht“,8 die Darbringung nämlich von Ehre, Preis, Lob und Gesängen. Weil sich das alles auch bei Dir findet, sowohl die Bezeichnung auf der Stirn als auch die Sakramente der Kirchen und die reinen Opfer, so müsstest Du schon jetzt in den Ruf ausbrechen, der Geist des Demiurgen habe Weissagungen zu gunsten Deines Christus erteilt.


  1. Is. 52, 7. ↩

  2. Ps. 19, 5. ↩

  3. Is. 46, 12 ff. Die LXX hat ἤγγισα [ēngisa], Vulg. prope feci. ↩

  4. Is. 52, 11 ff. ↩

  5. Ps. 2, 2 ff. ↩

  6. Is. 57, 1. Nach der LXX. ↩

  7. Weis. 2, 12 . ↩

  8. Malach. 1, 10. ↩

pattern
  Print   Report an error
  • Show the text
  • Bibliographic Reference
  • Scans for this version
Download
  • docxDOCX (164.63 kB)
  • epubEPUB (168.70 kB)
  • pdfPDF (551.88 kB)
  • rtfRTF (437.04 kB)
Translations of this Work
Die fünf Bücher gegen Marcion. (BKV)
Commentaries for this Work
Appendix to the Five Books Against Marcion

Contents

Faculty of Theology, Patristics and History of the Early Church
Miséricorde, Av. Europe 20, CH 1700 Fribourg

© 2026 Gregor Emmenegger
Imprint
Privacy policy