19.
Doch wir wollen eine noch deutlichere Angabe für die Zeit der Menschwerdung. Da der Mensch sich nur schwer zum Glauben versteht, so glaubt er dem Gesagten nur, wenn man ihm die Jahre selbst genau vorrechnet. Welches sind nun die Verhältnisse, welches ist die Zeit (der Menschwerdung)? Es ist die Zeit, da es keinen König mehr aus Juda gibt und da Herodes, ein Fremdling, regiert. Der Engel, welcher zu Daniel spricht, gibt die Andeutung. Merke dir nun, was ich dir sage! „Du sollst wissen und verstehen: vom Erlassen des Wortes, daß Antwort gegeben und Jerusalem aufgebaut werden solle, bis auf Christus, den Führer, werden sieben Wochen und zweiundsechzig Wochen S. 191 sein.“1 69 Jahreswochen machen nun 483 Jahre. Der Engel behauptete also, daß, wenn Jerusalem erbaut ist, die 483 Jahre abgelaufen sind und es keine eigenen Fürsten mehr gibt, alsdann ein fremder König komme und unter ihm Christus geboren werde. Darius, der Meder, nun baute Jerusalem im sechsten Jahre seiner Regierung, im ersten Jahre der 66. Olympiade. (Als Olympiade bezeichnen die Griechen den Wettkampf, der alle vier Jahre stattfand mit Rücksicht auf den [Schalt-] tag, der sich alle vier Sonnenjahre aus den jährlich restierenden drei [Tages-]stunden ergibt.)2 Herodes aber wird König in der 186. Olympiade, und zwar im vierten Jahre derselben. Von der 66. Olympiade bis zur 186. Olympiade sind es nun 120 Olympiaden und etwas dazu. Die 120 Olympiaden aber sind gleich 480 Jahre; die drei noch übrigen Jahre fallen jedenfalls zwischen das erste und vierte Jahr. Du hast also einen Beweis auf Grund des Schriftwortes: „Vom Erlassen des Wortes, daß Antwort gegeben und Jerusalem aufgebaut werden solle, bis auf Christus, den Führer, werden sieben Wochen und zweiundsechzig Wochen sein.“ Einstweilen hast du diesen chronologischen Beweis; allerdings gibt es auch noch verschiedene andere Auslegungen der Danielschen Jahreswochen.