16.
Nicht von dieser Art ist der Hl. Geist. Das sei ferne! Im Gegenteil, seine ganze Tätigkeit zielt auf das Gute und Heilsame ab. Zunächst ist sein Erscheinen milde. Wo er einkehrt, verbreitet sich Wohlgeruch. Gar leicht ist seine Last. Vor seiner Ankunft leuchten Strahlen des Lichtes und der Erkenntnis. Er kommt mit dem Herzen eines wahren Beschützers. Er kommt, um zu erlösen, zu heilen, zu lehren, zu mahnen, zu kräftigen, zu trösten, zu erleuchten, und zwar vor allem die Seele dessen, der ihn aufnimmt, dann auch durch Vermittlung dieses die Seelen anderer. Wie einer, der zuerst in der Finsternis war, dann plötzlich die Sonne schaute, durch die Erleuchtung des körperlichen Auges deutlich das sieht, was er zuvor nicht gesehen hatte, so schaut der, welcher des Hl. Geistes gewürdigt ist, durch die Erleuchtung seiner Seele in übermenschlicher Weise das, was er nicht gewußt hatte. Ist der Körper auch auf Erden, so schaut die Seele doch die Himmel wie in einem Spiegel. Sie sieht wie Isaias1 den Herrn sitzen S. 298 auf einem hohen, erhabenen Throne. Sie sieht wie Ezechiel2 den, der auf den Cherubim ist. Sie sieht wie Daniel3 viele Zehntausende und viele Tausende. So klein der Mensch ist, er schaut den Anfang der Welt und das Ende der Welt und die Mitte der Zeiten und die Könige, wie sie aufeinander folgen. Was er nicht gelernt hat, weiß er; denn der wahre Luzifer ist bei ihm. Lebt der Mensch auch zwischen den Wänden, die Kraft seiner Erkenntnis reicht doch weit darüber hinaus, so daß er auch das sieht, was andere tun.