14.
Denn wenn er unsertwegen für die Vorstellung Wort und Weisheit genannt wird, so werden sie nicht sagen, was er für sich selbst ist. Denn wenn die Schrift sagt, daß er Dieß sei, sie aber nicht wollen, daß der Herr das sei, so wollen sie, die gottlosen Gegner der Schrift, offenbar nicht einmal, daß er vorhanden sei. 1 Die Gläubigen können hierüber durch die väterliche Stimme selbst und die ihn anbetenden Engel und die Heiligen, die über ihn geschrieben haben, Belehrung finden. Sie aber, da sie keine lautere Gesinnung haben und göttliche und gottesgelehrte Männer nicht anhören können, können wenigstens von den ihnen ähnlichen Dämonen sich belehren lassen, weil sie nicht aufschrieen, als ob es viele gäbe, sondern, da sie ihn als den einzigen kannten, ausriefen: „Du bist der Heilige Gottes und der Sohn Gottes." 2 Und auch der, welcher ihnen ihre Häresie eingab, sagte bei der Versuchung auf dem Berge nicht: „Wenn auch du ein Sohn Gottes bist." als ob es noch andere gäbe, sondern3 „Wenn du der Sohn Gottes bist." da er allein es ist. Die sonderbaren Menschen aber sind, wie die Heiden die Vorstellung des einen Gottes ver- S. 30 loren und in Vielgötterei verfielen in gleicher Weise auch ihrerseits, da sie nicht glaubten, daß es ein einziges Wort des Vaters gebe, auf die Vorstellung von vielen verfallen. Und sie läugnen den wahrhaft seienden Gott und das wahre Wort und haben sich erkühnt ihn sogar als Geschöpf sich zu denken, ohne zu sehen, welch große Gotttosigkeit die Ansicht in sich schließt. Denn wenn er ein Geschöpf ist, wie ist er Schöpfer der Geschöpfe? Oder wie ist er der Sohn, die Weisheit und das Wort? Denn das Wort wird nicht geschaffen, sondern gezeugt, und das Geschöpf ist nicht Sohn, sondern gemachtes Wesen. Und wenn er ein Geschöpf ist, die Geschöpfe aber durch ihn entstanden sind, durch wen ist dann er entstanden? Denn die gemachten Wesen müssen durch Jemand entstehen, wie sie denn auch durch das Wort entstanden sind, weil es nicht selbst ein gemachtes Wesen, sondern Wort des Vaters war. Und wiederum, wenn es eine andere Weisheit im Vater gibt als den Herrn, so ist auch die Weisheit in der Weisheit entstanden. Wenn aber die Weisheit das Wort Gottes ist, so ist wohl auch das Wort im Worte geworden. Und wenn das Wort Gottes der Sohn ist, so ist wohl auch der Sohn im Sohne gemacht.
