6.
Sage: Auf welche Weiden soll ich führen, zu welchen Quellen soll ich gehen, welche Weiden und Wasser soll ich meiden? Wer muß mit dem Stocke, wer mit der Flöte auf die Weide geführt werden? Wann treibt man auf die Weide, wann ruft man zurück? Wie begegnet man den Wölfen, wie darf man den Hirten nicht begegnen? Diese Fragen sind vor allem am Platze jetzt, da „die Hirten töricht geworden sind und die Herden ihrer Weide zerstreut haben1; mit den ehrwürdigen Propheten S. 254 teile ich diese Klage. Wie kann ich das Schwache stärken, das Gefallene aufrichten, das Irrende zurückführen, das Verlorene finden und das Starke erhalten? Wie kann ich dies lernen? Was muß ich tun, um nach euren gesunden Pastoralgrundsätzen zu handeln? Nicht will ich gleich einem schlimmen Hirten (selbst) „die Milch verzehren und mich in Wolle kleiden2“, nicht will ich die fetten Stücke schlachten oder verkaufen, um das übrige den wilden Tieren und Schluchten zu lassen3. Nicht will ich mich statt der Schafe weiden, was einst den Führern Israels zum Vorwurf gemacht worden war4. Belehret mich in diesem Sinne, befestiget mich durch solche Mahnungen! Mit solchen Lehren möget ihr mich weiden und mit mir weiden! Rettet mich und meine heilige Herde, sowohl durch Belehrung, wie durch Gebet, damit ich sicher bin, und ihr Ruhm habet am Tage des Erscheinens und der Offenbarung des großen Gottes und Jesu Christi, unseres Hohenpriesters, durch den und mit dem die Ehre sei dem allmächtigen Vater zugleich mit dem heiligen, lebendigmachenden Geiste jetzt und in alle Ewigkeit! Amen.X. Rede
