24.
[Forts. v. S. 110 ] Noch aber waren da die Bücher, welche die Erinnerung an seine Bosheit bewahrten. Die Witwe erbte die Bücher und das Vermögen. Da sie keinen Verwandten noch sonst jemanden hatte, beschloß sie, mit dem Vermögen einen Knaben namens Kubrikos zu kaufen. Sie nahm ihn an Kindesstatt an, ließ ihn wie einen eigenen Sohn in den Wissenschaften der Perser unterrichten und schärfte so die Waffe zum Verderben der Menschheit. Kubrikos, der böse Knecht, wuchs mitten unter den Philosophen heran. Als die Witwe gestorben war, erbte er von ihr die Bücher und das Vermögen. Da er sich seines Sklavennamens schämte, nannte er sich später statt Kubrikos Mani, was in der Sprache der Perser „Rede“ bedeutet. Da er nämlich meinte, redegewandt zu sein, nannte er sich Mani, als wäre er ein vorzüglicher Redner gewesen. Im Sprachgebiet der Perser verschaffte er sich damit allerdings Ansehen. Aber durch göttliche Fügung wurde er wider seinen Willen sein eigener Ankläger: während er in Persien sich zu ehren glaubte, sollte er sich bei den Griechen auf Grund seines Namens als wahnsinnig bekennen1.
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μανία [mania] = Wahnsinn. ↩