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Œuvres Grégoire Ier, pape (540-604) Ausgewählte Briefe
Neuntes Buch. Briefe aus den Jahren 598–599

III. (4.) An den Bischof Januarius in Sardinien.

III. Gesammtausgabe 4.

An den Bischof Januarius in Sardinien.

Inhalt: Beileidsbezeigung über die Besetzung der Insel Sardinien durch die Langobarden. Mahnung zur Wachsamkeit gegen weitere Besitzergreifungen derselben noch vor Bestätigung des mit Agilulf abgeschlossenen Friedens. Wiederholte brüderliche Zurechtweisung.

Was unsre Feinde in Sardinien getan haben, haben wir vernommen, noch ehe der Brief Eurer Brüderlichkeit an uns gelangte. Obwohl wir das Eintreten dieser Ereignisse schon, längst befürchteten, so seufzen Wir nun doch mit Euch darüber, dass unsre Voraussicht in Erfüllung gegangen sei. Denn wenn man darauf geachtet hätte, was wir in dieser Beziehung sowohl Euch als unserm erlauchtesten Sohn Gennadius vorausgesagt haben1 so wäre der Feind entweder gar nicht zu Euch gekommen, oder er hätte sich in seiner eigenen Schlinge gefangen. Möchten denn die gegenwärtigen Ereignisse wenigstens jetzt Eure Wachsamkeit für die Zukunft verschärfen! Was wir zu Euern Gunsten zu tun vermögen, das unterlassen wir mit Gottes Hilfe gewiss nicht.

Ihr sollt auch wissen, dass der Abt, den wir schon vor langer Zeit zu Agilulf gesendet haben, mit Gottes Hilfe Frieden mit ihm geschlossen hat, wenigstens dem zufolge, was Seine Excellenz der Exarch uns schreibt. Lasst also bis zum S. 434 Eintreffen der bestätigten Friedensbedingungen Wachen auf den Mauern stehen und überhaupt jede Sorgfalt gebrauchen, damit der Feind nicht in der Zwischenzeit wieder Euer Gebiet heimsuche. Wir vertrauen auf die Macht unsers Erlösers, dass Euch durch Überfall oder Überlistung des Feindes nicht noch mal Schaden zugefügt werde.

Wenn Ihr schreibet, dass viele bei uns gegen Euch Klage führen, so ist dies ganz richtig. Aber unter den verschiedenen Anklagen hat uns keine andere so betrübt, als was uns unser geliebtester Sohn, der Abt Cyriakus berichtet hat, dass Ihr nämlich an einem Sonntag vor der Messe das Erntefeld, welches dem Donatus gehörte, umpflügen ließet. Als wäre dies noch nicht genug, bist Du nach Beendigung des Gottesdienstes in eigener Person hinausgegangen und hast die Grenzsteine herausgerissen. Deshalb ermahne ich Dich, mit gesammelter Seele zu erwägen, welches Amt Du bekleidest, alles zu fliehen, was Deinem Rufe, oder Deiner Seele schadet, und Dich durch niemand zu so etwas überreden zu lassen. Sei eingedenk, dass Du nicht einen Ökonomiehof, sondern die Seelenführung übernommen hast. Damit soll sich Dein Herz beschäftigen, darauf sollst Du Eifer und allen Fleiß verwenden und mehr daran denken, den Seelen zu nützen, damit Du, wenn der Herr kommt, ihm die Talente in vermehrter Anzahl zurückgeben kannst,| von Ihm den gerechten Lohn empfangest und nach Verdienst unter den getreuen Dienern zur ewigen Herrlichkeit erhoben werdest. Wenn ich aber Dich zurechtweise und mit Vorwürfen überhäufe, so sollst Du wissen, das dies nicht in Abneigung, sondern in brüderlicher Liebe seinen Grund habe; denn ich möchte, dass Du vor dem allmächtigen Gott ein Bischof seiest nicht bloß dem Namen nach, was nur zur Strafe gereicht, sondern auch dem Verdienste nach, wozu man Lohn erwirbt Denn da wir an dem Leibe unsers Erlösers nur ein Glied ausmachen, so durchbohrt mich Deine Sünde ebenso, als Deine guten Werke mich erfreuen.

In Bezug auf Euern Wunsch, wir möchten eine Uns nahestehende Person bezeichnen, bei der Ihr Eure Angelegenheiten S. 435 zur sorgfältigen Mitteilung an uns vorbringen könntet, so schreibet, was Ihr wollt, unserm vielgeliebten Sohne Petrus und dem Ratsherrn Theodor, damit sie es uns unterbreiten und wir so unter Gottes Erleuchtung anordnen können, was der Sache zu entsprechen scheint. Hinsichtlich unsers Bruders und Mitbischofs Marinanus aber wird sich die Sache herausstellen, wenn einmal der Friede mit Agilulf vollkommen bestätigt ist, und dann wird auch geschehen, was der Vernunft und der Ordnung entspricht.


  1. Da jene Briefe nicht vorhanden sind, wissen wir nicht, von welchen Maßregeln Gregor hier spricht. ↩

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