§ 1.
Nun halte ich es noch für notwendig, über das zu sprechen, was wir mit den Toten heilig vornehmen. Denn auch das ist nicht gemeinsam für Heilige und Unreine; sondern wie beider Lebensform verschieden ist, so richten, wenn es zum Tode geht, diejenigen, die ein heiliges Leben geführt haben, ihren Blick auf die wahren Verheißungen Gottes, deren Wahrheit sie gewissermaßen schon in der Auferstehung erschaut haben, und brechen mit fester und wahrer Hoffnung und mit göttlicher Freude zum Ziel des Todes wie zum Ende der Kämpfe auf, denn sie haben die Gewißheit, daß wegen der künftigen Auferstehung all das Ihre in Sicherheit sei in jenem vollkommenen, ewig seligen Leben.
Denn die heiligen Seelen können zwar in diesem Leben noch fallen, in jener Wiedergeburt aber gelangen sie zu einer unwandelbaren und höchst gottähnlichen Seinsverfassung. Jene reinen Körper aber, die mit den heiligen Seelen verbunden waren, mit ihnen wandelten, sich mit ihnen als Bewerber einschrieben und mit ihnen kämpften, erlangen für ihren heiligen Schweiß auch die ihnen eigene Auferstehung bei der Befestigung der Seelen in einem göttlichen Leben: Den heiligen Seelen verbunden, mit denen sie in diesem Leben eins waren, als Glieder Christi, werden sie eine gottähnliche, unverderbliche, unsterbliche und selige Ruhe erlangen. Darum entschlafen die Heiligen in Freude und sicherer Hoffnung, da es zum Ende der göttlichen Kämpfe geht.
