59.
Wie groß ferner ist des Herrn Vorsehung, daß da, wo eine feinere Frucht heranreift, dichtes Blattwerk dem Obst eine stärkere Schutzhülle beut, wie wir es bei der Feigenfrucht beobachten! Zartere Dinge bedürfen eines stärkeren Schutzes; so lehrt es der Herr selbst, wenn er durch Jeremias beteuert: „Wie diese gute Feigenfrucht will ich die Gefangenen aus Juda, die ich in das Land der Chaldäer wegführen ließ, wieder anerkennen zum Guten und meine Augen heften auf sie zum Guten“1. Als etwas Zartes umgab sie der Herr mit der starken Hülle seiner Barmherzigkeit, daß die zarte Frucht nicht vorzeitig zugrunde ginge. So spricht er denn auch im folgenden von ihnen: „Meine Zarten wandelten rauhe Wege“2. Und nachher mahnt er sie: „Seid standhaft, Kinder, und rufet zum Herrn!“3 Das S. 121 allein ist das unverwüstliche Deckblatt, die undurchdringliche Schutzhülle wider alle Stürme und Unbilden. Wo also zarte Frucht, dort stärkere Hülle, stärkerer Schutz der Blätter. Aber auch umgekehrt: wo kräftigere Frucht, dort zartere Blätter, wie der Apfelbaum es zeigt. Denn ein kräftigerer Apfel bedarf nicht viel der schirmenden Hülle. Gerade die allzu dichte dunkle Hülle könnte dem Apfel mehr schaden.
