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Mit jenen Vögeln nun wollen wir beginnen, die für unsere Lebensweise vorbildlich geworden sind. Bei S. 206 ihnen nämlich ist sozusagen der Staatsund Kriegsdienst etwas Natürliches, bei uns Zwang und Dienstbarkeit. Wie halten nicht die Kraniche ohne Befehl, aus freiwilliger Gepflogenheit bei Nacht sorgsame Wache! Hier und dort sieht man Wachtposten stehen, andere ziehen, während die übrigen Kameraden ruhen, herum und spähen, ob nicht von irgendwelcher Seite Überfall versucht würde, und leisten mit unverdrossener Selbsthingabe jeglichen Schutz. Ist für einen die Wachtzeit abgelaufen, geht er nach Beendigung seines Dienstes schlafen, gibt aber zuvor noch ein lautes Signal, um den Schläfer, dem er seinen Posten abtritt, zu wecken. Und willig übernimmt dieser seine Funktion und verzichtet nicht, wie wir's gewohnt, nur ungern und allzu träge auf den Schlaf, sondern läßt sich unverzüglich vom Lager aufrütteln, tritt seinen Posten an und vertritt mit der gleichen Sorgfalt und Dienstbeflissenheit das Amt, das er übernommen hat. Darum auch keine Desertion, weil natürliche Hingabe, darum sichere Wache, weil freiwillig geleistet.
