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Auch das hinwiederum besorge ich nicht, daß ich mehr Gäste zum Mahle geladen zu haben scheine, als ich bewirten kann, und daß euch das Brot meiner Worte ausgehen möchte. Denn auch Elisäus, an Verdienst zwar unnachahmlich, an Glauben aber unser nachzuahmendes Vorbild, erwog nicht lange, wie viele Brote er habe, sondern wollte die, welche er hatte, an alle verteilen und vertraute, daß sie für alle reichen würden. So hieß er also den Diener die zehn Gerstenbrote unter das Volk verteilen. Und der Diener versetzte: „Wozu soll ich das reichen angesichts der hundert Leute?“ Und er erwiderte: „Reiche es und essen sollen sie; denn dies spricht der Herr: sie werden essen und übrig lassen“. Euer Glaube also wird der armseligen Zunge Mahl überzeichlich mehren.
Auch fürchte ich nicht, daß euch das Fasten allzu große Gier nach Speise weckt; denn satt sollt ihr heimkehren, ob ihr auch Hunger und Leere verspürt, indem geschrieben steht: „Es stärkt der Herr die Gerechten und in den Tagen des Hungers werden sie gesättigt werden.“ Viel schöner ferner ist's, der Gerstenbrote S. 238 sich nicht zu genieren und, was man hat, vorzusetzen statt es vorzuenthalten. Elisäus, der für sich nichts zurückbehielt, verfügte über mehr denn genug für das Volk.
Elisäus schämte sich nicht, gewöhnliche Gerstenbrote vorzusetzen. wir sollten uns schämen, gewöhnliche Geschöpfe zu verstehen, die mit dem gewöhnlichen Namen, den sie tragen, bezeichnet werden? 'Himmel ' lesen wir, den Himmel wollen wir annehmen: 'Erde 'lesen wir, die fruchttragende Erde wollen wir verstehen.
