60.
Was soll ich denn von den Jungfrauen aus Bononia sagen, der stattlichen Streiterinnenschar der Reinheit, die den Weltfreuden entsagend in einem gottgeweihten Jungfrauenheim wohnen? Nicht zu geschlechtlichem1, sondern zu keuschem Zusammenleben brachen sie auf und verließen gegen zwanzig an Zahl und hundertfältig an Frucht ihr elterliches Heim und weilen in den Gezelten Christi: unentwegte Streiterinnen der Keuschheit. Bald erschallt ihre Stimme in geistlichen S. 342 Gesängen, bald mühen sie sich werktätig um den Lebensunterhalt oder sehen sich auch mit ihrer Hände Arbeit um Mittel zur Betätigung der Freigebigkeit um.
Die Benediktiner vermuten in ihrer Ausgabe wohl irrig, in dem Ausdruck ‚contubernalis sexus‘ (Gegensatz: „contubernalis pudor“) eine Beziehung auf das sogen. Syneisaktentum. ↩
