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Und welcher Wiesenflor oder welche Gartenzier könnte wetteifern mit der Farbenpracht des blauen S. 195 Meeres? Goldig mögen auf den Wiesen die Blumen prangen: des Goldes Gefunkel im Meer strahlt die [purpurfarbene] Wolle wieder; jene welken rasch ab; diese hält sich lange Zeit. In den Gärten schimmern von weitem die Lilien, auf den Schiffen die Segel. Dort atmet Duft, hier Windeshauch. Welcher Nutzen liegt im Blatt! Wieviel Proviant liegt aufgespeichert in den Schiffen! Die Lilien fächeln der Nase Duft, die Segel dem Menschen Heil. Dazu hüpfende Fischlein, spielende Delphine. Dazu rauschende Wogen mit dumpfem Getöse. Dazu Schiffe, die zu den Gestaden eilen oder von den Gestaden kommen. Wenn ferner die Viergespanne aus den Schranken starten, mit welcher Begeisterung und Liebe folgen die Zuschauer dem Wettkampfe! Und doch läuft das Roß vergeblich, nicht vergeblich die Schiffe; jenes vergeblich, weil leer, diese nutzbringend, weil vollbeladen mit Getreide. Was gäbe es prächtigeres als die Schiffe? Nicht mit Schlägen werden sie vorwärts getrieben, sondern durch der Winde Wehen. Da gibt es keinen Partner, sondern lauter Gönner; da gibt es keinen Besiegten, wer immer ankommt, sondern nur Kränze für alle Schiffer, die glücklich landen; da winkt die Palme als Preis der glücklichen Fahrt, der Sieg als Lohn der Heimkehr. Denn welch großer Unterschied zwischen dem rechten und dem verfehlten Kurs! Ersterer wird ständig eingehalten, letzterer verlassen. Nimm dazu die von Rudern starrenden Ufer. Das Wehen vom Himmel gibt ihnen das Zeichen zur Abfahrt. Während nun die Wettfahrer eitlen Beifall ernten, lösen die Schiffer nach glücklicher Fahrt ihre Gelübde ein.
