23.
Doch laßt uns jetzt von der Mutter weg zu den Töchtern herabsteigen! „Über die Jungfrauen“, versichert der heilige Apostel, „habe ich kein Gebot des Herrn“1. Wenn der Völkerlehrer keines hatte, wer hätte eines haben können? Ja, ein Gebot zwar hatte er nicht, doch das Vorbild hatte er. Es läßt sich ja die Jungfräulichkeit nicht anbefehlen, sondern nur anraten; S. 324 denn was unsere Kräfte übersteigt, ist mehr als Wunsch denn als Lehre zu betonen. „Ich wünsche aber“, fährt er fort, „daß ihr ohne Sorge sein möchtet. Denn der Unverheiratete ist um des Herrn Sache besorgt, wie er Gott gefalle . . . . ., auch die Jungfrau ist auf des Herrn Sache bedacht, daß sie heilig sei an Leib und Geist. Die Verheiratete nämlich ist auf das Weltliche bedacht, wie sie ihrem Manne gefalle“2.
