5.
Ihrem Gatten trauerte sie nach seinem Tode so heftig nach, daß sie beinahe selbst gestorben wäre; andererseits aber wandte sie sich so eifrig dem Dienste Gottes zu, daß es fast so aussah, als ob sie seinen Tod gewünscht hätte. Wozu soll ich noch anführen, daß ungefähr der ganze Reichtum des angesehenen, vornehmen und früher auch sehr begüterten Hauses unter die Armen verteilt wurde; wie sie ihren Edelsinn auf alle und ihre Güte selbst auf solche ausdehnte, welche sie niemals gesehen hatte. Kein Armer starb, ohne daß sie ihn mit ihren Kleidern bedeckt hätte; es gab keinen Kranken, der nicht auf ihre Kosten unterhalten wurde. Mit aller erdenklichen Sorgfalt suchte sie diese Leute in der ganzen Stadt auf und hielt es für ein Unglück, wenn irgendein Elender oder Kranker von einem anderen Speise erhielt. Ihre Kinder beraubte sie, und den Verwandten, die sie darob schalten, gab sie zur Antwort, sie hinterlasse ihnen eine große Erbschaft, die Barmherzigkeit Christi.
