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Paula, die also aus vornehmer Familie stammte, vermählte sich mit Toxotius, einem Manne, der seinen Stammbaum herleitete von Äneas und dem edlen Geschlecht der Julier. Daher wird auch ihre Tochter Eustochium, die Christo geweihte Jungfrau, Julia genannt; selbst aber des „Julius Name entspringt vom hehren Namen Julus“1 . Diese Dinge erwähne ich nicht, als ob sie großen Wert hätten für den, der sie besitzt, sondern weil ihre Geringschätzung unsere Verwunderung erregt. Die Weltkinder schauen hinauf zu denen, die durch derartige Vorzüge ausgezeichnet sind. Wir hingegen loben solche, welche für den Erlöser diese Güter verachten, und merkwürdig, diejenigen, welche wir geringschätzen, solange sie im Besitze dieser Vorzüge sind, achten wir hoch, sobald sie dieselben nicht mehr haben wollen. Ein Kind solcher Vorfahren, hat sie sich sowohl durch ihre Fruchtbarkeit als auch durch ihre Keuschheit bewährt, und zwar zuerst vor ihrem Manne, dann vor ihren Verwandten und endlich im Urteile der ganzen Stadt Rom. Fünf Kinder hat sie geboren; Bläsilla, über deren Tod ich sie zu Rom getröstet habe, dann Paulina, welche als Erben ihrer Gesinnung und ihres Vermögens Pammachius, diesen heiligmäßigen und bewunderungswürdigen Mann, zurückließ, an welchen ich auch gelegentlich ihres Todes eine kleine Schrift gerichtet habe2 ; weiter Eustochium, welche jetzt an den heiligen Stätten eine hervorragend kostbare Zierde der Jungfräulichkeit und der Kirche ist; ferner Rufina, die durch ihren frühen Tod das liebende Mutterherz hart mitgenommen hat, und endlich Toxotius. Nach dessen Geburt hörte sie auf, Mutter zu werden, um uns zu verstehen zu geben, daß sie nicht lange der ehelichen S. 100Pflicht dienen, sondern nur dem Wunsche ihres Mannes, der männliche Nachkommen ersehnte, entgegenkommen wollte.
