4.
Die unter dem Namen unseres Dichters überlieferten Homilien sind sehr zahlreich. Die erste Sammlung derselben hat im elften Jahrhundert der jakobitische Patriarch Johannes Bar Susan unternommen bezw. be- S. 109 gonnen, da er durch den Tod verhindert wurde sie abzuschließen 1. Auf dieser Sammlung beruht nach der Schlußbemerkung die aus dem Jahre 1210 stammende Handschrift Nr. 119 der Vaticana. Sie enthält 60 Homilien, sämtlich unter dem Namen Isaaks, Schülers des Zenobius. Ganz die gleichen Homilien, in derselben Ordnung und unter denselben Titeln finden sich in dem 1580 geschriebenen Kodex 177 der Kgl. Bibliothek in Berlin. Als Verfasser wird ebenfalls unser Isaak genannt. Dazu kommt schließlich auch noch die von Bedjan erworbene und neuherangezogene Handschrift von Mossul, die gleichfalls die nämlichen Homilien enthält, wenn auch in anderer Ordnung, dazu noch Teile des Gedichtes über den Papagei.
Von weiteren Handschriften, die Bedjan zu seiner Ausgabe benützt hat, seien noch erwähnt: die von Urmia, welche 24 Homilien enthält, dann eine weitere aus der Kgl. Bibliothek in Berlin Nr. 56 mit den gleichen Homilien, endlich noch 18 Homilien aus der Ausgabe Bickells; die übrigen dort enthaltenen mußten als unecht ausscheiden.
Im ganzen sind es 67 Homilien, welche uns Bedjan (im ersten Bande seiner Ausgabe) vorlegt; davon sind 43 zum erstenmale publiziert, 18 wurden seiner Zeit von Bickell veröffentlicht, 4 finden sich auch in der bereits oben zitierten Ausgabe der Werke des hl. Ephräm von Lamy, endlich 2 in einer 1898 in Urmia gedruckten Chrestomathie, Le petit livre des miettes 2.
An Übersetzungen sind zu erwähnen: die lateinische von Bickell in seiner Ausgabe, dann eine kleine Auswahl in deutscher Sprache von demselben in der ersten Auflage vorliegender Sammlung. Mehrere Homilien hat auch Zingerle in der Theolog. Quartalschrift 1870 wenigstens auszugsweise übersetzt.
S. 110 Nach dem in Rom befindlichen Manuskript 3 hat Johannes Bar Susan seiner Sammlung der Homilien Isaaks auch einen Kommentar beigegeben. Allem Anschein nach ist derselbe wiedergegeben in der Berliner Handschrift 177 4. Im allgemeinen sind diese Erläuterungen, die einen monophysitischen Verfasser voraussetzten, ziemlich wertlos, manchmal geradezu irreführend 5.
Barhebräus, Chron. eccl. I 447. ↩
Andere, bisher von Bedjan noch nicht gebrachte Homilien, s. Ignatius Ephraem II Rahmani, Studia Syriaca. Cap. V; vergl. dazu Noeldecke, ZDMG, 58, S. 494. Bezüglich der Publikation einzelner Homilien vor Bickell vergl. Duval. Lit. Syr. S. 338, Anm. 1. ↩
Assemani, Bibl. Orient t. I. S. 214. ↩
Bedjan S. XIX. ↩
Vergl. Die Probe bei Bedjan S. XX f. ↩
