7.
Ebenso machten es die Niniviten mit ihren Kindern. Sie bedienten sich einer List, um sie zu beschwichtigen. Sie begannen unter Tränen zu ihren Lieblingen also zu sprechen: „Gott ist gut und wohlwollend; er vernichtet das Bild nicht, das er angefertigt hat. Wenn ein Maler ein Bild gemalt hat, so bewahrt er es sorgsam auf; wieviel mehr wird der Gütige sein lebendiges und vernunftbegabtes 1 Bild bewahren! Nein, Kinder, die Stadt wird nicht zerstört, unsere Stadt wird nicht zugrunde gerichtet. Durch die Androhung des Unterganges will er uns vielmehr zur Buße rufen. Durch das schreckliche [angedrohte] Strafgericht will er uns nur zur Reinheit zurückführen. Liebe Kinder, wie oft seid ihr nicht schon von uns gestraft worden? Ihr habt die Züchtigung ausgehalten und seid durch die Schläge verständiger geworden. Denn nicht im Zorne wurde diese [unsere] Rute erhoben, um zu zermalmen. Wir züchtigten euch, weil ihr euch verfehlt hattet, und freuten uns, weil ihr dadurch gebessert wurdet. Ihr habt es selbst eingesehen, daß ihr nur aus Liebe gestraft wurdet. Ihr habt es selbst verstanden, daß ihr aus Barmherzigkeit geschlagen wurdet. Denn durch die Streiche wurde euch ein Dienst erwiesen, und ihr seid dadurch [würdige] Erben geworden. Der Schmerz infolge der Schläge ward nachher voll Freude, und die Qual infolge der Rutenhiebe wurde ein Schatz von Entzücken. Euer Leid verwandelte sich in lauter Wonne.
wörtlich: redendes ↩
