35.
S. 330 Ich mißbillige also die Ehe nicht, sondern will nur die Früchte der gottgeweihten Jungfräulichkeit aufführen. Diese ist der Beruf weniger, jene der der Allgemeinheit; und auch die Jungfräulichkeit hat den Eintritt durch die Geburt zur notwendigen Voraussetzung. Ich stelle nur die beiden Güterreihen gegenüber: es mag so leichter einleuchten, welche den Vorzug verdient. Und es ist nicht meine persönliche Ansicht, die ich damit vortrage, sondern ich wiederhole nur jene, welche schon der Heilige Geist durch den Propheten ausgesprochen hat: „Besser“, beteuert er, „ist die Kinderlosigkeit mit Tugend gepaart“1.
Weish. 3, 13. Die Stelle gibt freilich nach dem Zusammenhang der Ehelosen nicht vor der Verehelichten überhaupt, sondern nur von dem in Sünde und Unzucht lebenden Eheweibe den Vorzug. ↩
