3. Cälestius streitet nicht nur mit ihm, sondern mit seinem Meister Pelagius und allen Lehrern der katholischen Kirche.
Ich aber danke Gott und Christus dem Herrn, weil er die Angelegenheit seiner Kirche so leitete, daß der apostolische Stuhl, von welchem die Irrlehre durch den Mund zweier Vorsteher desselben verurtheilt werden sollte, die Verdammung dessen vorschrieb, was von mir dem Cälestius vorgeworfen wurde; nicht seine Verdammung, sondern seine Besinnung wünschte und wünsche ich stets; er aber streitet jetzt nicht bloß mit mir, sondern mit der ganzen Kirche Gottes, wie Dieß die an deine Heiligkeit gerichteten Schreiben der africanischen Bischöfe 1 bezeugen, indem er dem apostolischen Ausspruche zu widersprechen sucht durch die Leugnung der Erbsünde, welche auf alle Menschen übergegangen und bis an's Ende der Welt das Erbe jenes Adams, welcher der erste sündigte, festhielt, so daß auch die Kinder, wenn sie nicht durch das Sakrament der Taufe die Nachlassung der- S. 265 selben erhalten, das ewige Leben und das ewige Reich nicht erlangen können. Dagegen 2 streitet auch sein Meister Pelagius, welcher eben das auf der orientalischen Gerichtsverhandlung verdammte, was Dieser auf der Versammlung des apostolischen Stuhles zu behaupten wagt. Gegen sich hat er ferner die so große Zahl der alten katholischen Kirchenlehrer des Morgen- und Abendlandes, des Südens und des Nordens, welche ihn in ihren Büchern über die Erbsünde belehren können, wenn er geheilt zu werden verlangt. Da ist der hl. Martyrer Cyprianus, der hl. Bekenner Ambrosius, Gregor von Nazianz, der hl. Papst Innocentius. Er hat auch persönliche Gegner, wenn er sich zu einem solchen Streite gewachsen hält, oder denen er wenigstens folgen sollte, wenn er vielmehr das Rechte lernen als Böses lehren will. Er hat vor Allem deine Heiligkeit, deren Ausspruch er hätte gehorchen sollen, da er (den Befehl) vernahm: „Verdamme.„ Er hat (gegen sich) die Säuglinge selbst, mit denen er Mitleid fühlen sollte, wenn er sich schon seiner selbst nicht (erbarmen) will, welchen, um mich der Worte des Martyrers3 zu bedienen, „nicht die eigenen, sondern die fremden Sünden nachgelassen werden.“
