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Möge uns das, was wir hoffen, nach der großen Güte des freigebigen Gottes zuteil werden! Wenig verlangt er, aber reichlich schenkt er jetzt und später denen, die ihn aufrichtig lieben. „Alles ertragen wir, alles erdulden wir1“, da wir ihn lieben und auf ihn hoffen. In allem sagen wir ihm Dank, im Glück wie im Unglück, in Freuden wie in Leiden, da auch sie bekanntlich oftmals Werkzeuge des Heiles sind. Ihm empfehlen wir unsere eigenen Seelen und die derer, welche auf dem gemeinsamen Wege voraneilen und früher dahingehen. Dies wollen wir tun, und mit diesem Vorsatze beenden wir unsere Rede und beendet ihr eure Tränen, um nunmehr an euer Grab zu eilen, das Cäsarius von euch als trauriges und einziges Geschenk erhält, das allerdings S. 232 eigentlich den Eltern und dem Alter bestimmt ist, das aber dem Sohne und der Jugend geschenkt wird wider die Ordnung ― doch nicht wider die Ordnung Gottes, der unsere Geschicke leitet. O Herr und Bildner aller, vor allem auch dieses Geschöpfes, o Gott deiner Menschen, o Vater und Lenker, o Herr über Leben und Tod, Hüter und Wohltäter unserer Seelen, der du alles machst und alles durch dein schöpferisches Wort zur rechten Zeit, wie du es in der Tiefe deiner weisen Anordnung für gut hältst, änderst, nimm nun Cäsarius als Erstlingsgabe unserer Pilgerschaft entgegen! Wenn der Jüngste der erste sein soll, wir fügen uns deinen Worten, durch welche du das Weltall trägst. Nimm aber auch uns selbst später zur bestimmten Zeit zu dir, nachdem du uns, solange es für uns gut ist, im Fleische hast wohnen lassen! In der Furcht vor dir wollen wir vorbereitet sein, nicht wollen wir verzagen, nicht am letzten Tage feige werden, nicht nach Art derer, welche die Welt und das Fleisch lieben, nur mühsam uns von dieser Welt losmachen, sondern gerne wollen wir kommen, wenn du uns in das andere, dauernde, selige Leben, das in Christus Jesus, unserm Herrn, ist, aufnimmst! Amen2.VIII. Rede
