10.
Nahe dabei ist die Stadt Livias1, wo die drittehalb Stämme Israels zurückblieben, ehe sie den Jordan uberschritten. An diesem Ort sind von selbst abwaschende Thermen, welche die des Moses heissen;2 hier werden auch Aussätzige rein.
S. 41 Dort ist eine Quelle mit sehr süssem Wasser, das als Purganz getrunken wird und viele Krankheiten heilt, nicht weit von dem Salzsee, in den auch der Jordan unterhalb Sodom und Gomorra fällt und an dessen Ufer Schwefel und Asphalt gesammelt wird. In diesem See liegen im Juli, August und halben September den ganzen Tag Aussätzige; Abends baden sie in jenen Mosesthermen und einigemal wird einer, den der Herr will, rein; aber auch die Gesammtheit findet einige Erleichterung. In diesem See wird nichts lebendiges gefunden, noch schwimmt Spreu und Holz darauf, noch kann ein Mensch schwimmen, sondern was hineingeworfen wird, sinkt zur Tiefe. Vom Jordan sind acht Meilen bis an den Ort, an dem Moses gestorben ist, und von dort ist es nicht weit bis Zoar. An diesen Orten sind viele Eremiten. Wir sahen auch das Denkmal Absalons.
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Die Aenderung von —LMIADA in LIVIADA ist ZDPV VIII, 100 gerechtfertigt. ↩
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Mit den heutigen anderthalb Meilen aufwärts gelegenen ayûn mûsâ, die schon im vierten Jahrhundert der gallischen Pilgerin (ed. Gamurrini p. 53) als die Num. 21, 15 gemeinten gezeigt wurden, haben diese thermae Moysi nichts zu thun. Es können nur die früheren heissen Quellen bei Tell alhammâm gewesen sein, über deren Verschwinden MERRILL East of the Jordan 1881 S. 193, vgl. 230 Auskunft gibt. Eine Schwierigkeit des Berichtes, wenn auch wohl keine ganz unüberwindliche, liegt in der Entfernung von dem todten Meer. Der Verfasser redet offenbar nicht als Augenzeuge, da sein ewiges venimus bei Livias fehlt. Auch die ungenaue Vorstellung über Zoar, ähnlich wie bei der Pilgerin, deutet auf unbestimmtes Hörensagen. ↩