12. Ein Beispiel von der Läster-Lehre derjenigen, die vom Sohne Gottes Geschöpflichkeit behaupten. 1
S. 181 „Wir kennen nur einen Gott, allein ungeworden, allein ewig, allein ohne Anfang, allein wahr, allein im Besitz der Unsterblichkeit, allein vollkommen gut, allein mächtig, den unveränderlichen, unwandelbaren, gerechten und besten Leiter und Lenker des Gesetzes und der Propheten und des Neuen Testamentes. Dieser Gott habe den eingeborenen Sohn vor allen Zeiten gezeugt, durch den er die Zeit und alles erschaffen habe; geboren aber nicht nur, weil man es so meint, sondern in Wirklichkeit, in Befolgung seines Willens, unwandelbar und unveränderlich, vollkommen als Geschöpf Gottes, doch nicht wie eines der Geschöpfe; ein Gebilde, aber nicht wie die übrigen Gebilde. Auch nicht (so), wie Valentinus den Sohn des Vaters als eine Ausweitung gedeutet hat; auch nicht wie Manichäus den Sohn für einen Teil des einen Wesensbestandes des Vaters erklärt hat; auch nicht wie Sabellius, der die Einheit teilt, denselben wie Vater so auch Sohn nennt; auch nicht wie Hieracas, als Licht vom Licht oder als zweigeteilte Leuchte; auch nicht so, als sei derjenige, der vorher Dasein hatte, nachher geboren oder erschaffen und mit Sohnes-eigenschaft überkleidet worden, sowie auch du selbst, hochseliger Vater,2 inmitten der Gemeinde und Versammlung der Brüder öfters diejenigen zurückgewiesen hast, die solches (als Lehre) einzuführen versuchten: sondern (der Sohn ist), wie wir gesagt haben, durch Gottes Willen vor Zeit und Zeitenwandel erschaffen, indem er Leben und Sein vom Vater her überkam und der Vater ihm zugleich die seinsmäßige Herrlichkeit mitteilte. Denn wenn auch der Vater ihm das ganze Erbtum gab, so hat er sich doch nicht S. 182 dessen beraubt, was als nichterschaffen sein Eigenbesitz ist: Quell ist er vielmehr für alle und alles.”
