40. Von sich sagt der Vater: Es gibt keinen Gott außer mir; und vom Sohn: Es gibt keinen Gott außer dir. Der Sohn ist der Person, nicht der Art nach vom Vater unterschieden.
Gott ist also in Gott, und derjenige, in dem Gott ist, (auch der) ist Gott. Und wie (kann man Schwierigkeiten in dem Wort finden): „Es gibt keinen Gott außer dir”, da doch in ebendemselben Gott ist? Du, Irrlehrer, berufst dich hartnäckig zum Bekenntnis nur eines einzigen Gottes (auf das Wort): „Es gibt keinen Gott außer mir.” Wie aber willst du im Sinne der Lehre Gottes des Vaters das Wort auslegen: „Es gibt keinen Gott außer dir”, wenn du auf das Wort hin: „Es gibt keinen Gott außer mir”1 hartnäckig behauptest, der Sohn Gottes sei nicht Gott? Zu wem denn soll Gott gesprochen haben: „Es gibt keinen Gott außer dir?” Denn es steht dir nicht frei, hier die Person eines Nur-einzigen (als Deutung) zu unterlegen. Der Herr spricht nämlich zu dem König, den er erweckt hat, an Stelle der hochgestellten Männer, die anbeten und bitten: „Denn in dir ist Gott.”
Dieser Sachverhalt läßt einen Nur-einzigen nicht zu. „In dir” bezeichnet nämlich einen Gegenwärtigen, wie wenn an ihn das Wort gerichtet sei. Was aber folgt: „In dir ist Gott”, weist nicht nur den Gegenwärtigen auf, sondern auch denjenigen, der in dem Gegenwärtigen bleibt; es unterscheidet den, der inwohnt, von dem, in dem er wohnen solle; aber nur durch Unterscheidung S. 213 als Person, nicht dem Wesen nach: denn Gott ist in ihm; und derjenige, in dem Gott ist, (auch der) ist Gott. Denn Gott weilt nicht an einer Stätte, die von ihm verschieden und ihm wesensfremd wäre, sondern er bleibt in dem (Sohn), der ihm eigen und aus ihm gezeugt ist. Gott ist in Gott, weil Gott aus Gott ist. „Denn du bist Gott, und wir wußten es nicht, Gott, Israels Helfer.”2
