Einleitung
Der Kampf gegen die Pelagianer führt zwei alte Kämpen erneut zusammen, die einst in gemeinsamer Front gegen Vigilantius gestanden hatten, Hieronymus und Riparius. 1 Zwei kleine Brieflein aus den letzten Lebenstagen unseres Heiligen loben den Riparius wegen seines eifrigen Eintretens für die Orthodoxie und sind gewiß gedacht als Aufmunterung, auch weiterhin in diesem Kampfe nicht zu erlahmen. Wir sehen, wie der mit dem Leben brechende Greis bis zuletzt seine Kämpfernatur nicht ablegt; handelt es sich doch um die Pelagianer, die er unter allen seinen Gegnern am entschiedensten bekämpft hat. Doch selbst in den Kampf eingreifen kann er nicht mehr. Sein hohes Alter, seine körperliche Gebrechlichkeit und der plötzliche Tod Eustochiums, unter dem er sehr litt, hatten seiner Energie viel genommen. Auf jeden Fall sind die zwei Brieflein aus dem glücklichen Fund de Bruyne’s trotz S. b134 ihrer Kürze eine wertvolle Bereicherung unserer Quellen über Hieronymus.
Die zeitliche Festlegung beider Briefe hängt vom Tode Eustochiums ab. Dieser fällt in das Ende des Jahres 418 oder wahrscheinlich in den Anfang 419. Die Erhebung ihres Verwandten Bonifatius zum Papste, der am 10 April 419 seinen Einzug in Rom hielt, hat sie nicht mehr erlebt. 2 Die beiden Briefe müssen, da der erste unter dem unmittelbaren Eindruck dieses traurigen Ereignisses steht, ins Jahr 419 verlegt werden. Für die Frage, welcher der beiden Ripariusbriefe der ältere ist, scheinen mir de Bruyne’s Gründe stichhaltiger als die Cavalleras, der die ep. 152 der ep. 151 zeitlich voranstellen will. 3
