3. Was der Sohn durch seine Geburt vom Vater empfing. Was er annahm, als er unseretwegen im Fleisch geboren wurde.
Dieser Ungewordene hat also vor aller Zeit aus sich den Sohn gezeugt, nicht aus einem zugrundeliegenden Stoff; denn durch den Sohn (ist) alles (geschaffen); nicht aus dem Nichts; denn er (erzeugte) den Sohn aus sich heraus; nicht wie eine Geburt (nach geschöpflicher Art); denn in Gott ist nichts veränderlich oder der Ausfüllung bedürftig; nicht als einen Teil seiner, der von ihm (dem S. 141 Vater) abgeteilt oder abgetrennt oder ausgeweitet wird; denn Gott ist leidensunfähig und unkörperlich; dies (es Abteilen und Lostrennen und Ausweiten) eignet dem Erleiden und dem Fleische, und nach dem Apostel „wohnt in Christus die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig”.1
Vielmehr in unbegreiflicher, unaussprechlicher Weise hat er vor aller Zeit und vor jedem Jahrhundert den Eingeborenen aus dem heraus hervorgebracht, was als ungeworden in ihm (dem Vater) war; alles, was Gott ist, hat er durch Kraft und Liebe seinem Sohn zuteil werden lassen; und in diesem Sinne stammt vom ungewordenen, vollkommenen und ewigen Vater der eingeborene und vollkommene und ewige Sohn.
Dasjenige aber, was ihm gemäß dem angenommenen Leibe eignet, ist sein gütiger Wille zu unserem Heile. Denn unsichtbar und unkörperlich und unerfaßlich, so wie er von Gott gezeugt ist, hat er so viel Stofflichkeit und Niedrigkeit in sich aufgenommen, wie weit unsere Kraft reichte, ihn zu erkennen und zu erfahren und zu betrachten. Mehr hat er sich unserer Schwachheit angepaßt, als daß er selbst in demjenigen Mangel empfunden hätte, worin er war (d. h. in seiner Göttlichkeit).
Kol. 2, 9. ↩
