9. Christi Amt bei uns.
Aus Sorge um das Menschengeschlecht wurde der Gottessohn vorzüglich deswegen Mensch, damit man ihm Glauben schenke; damit er uns als einer von den unsrigen Zeuge göttlicher Dinge sei und damit er in der Schwachheit des Fleisches Gott den Vater uns, den Schwachen und Fleischlichen, verkünde. Damit erfüllte S. 147 er den Willen Gottes des Vaters, wie er auch sagte: „Nicht bin ich gekommen, meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat;”1 nicht etwa, weil er nicht gewollt hätte, was er tat, sondern er zeigte, daß sein Wille unter der Wirksamkeit des Vaterwillens stehe, eben durch seinen Willen, den Willen des Vaters zu erfüllen.
Das aber war sein Wille, den Willen zu vollziehen, wofür er selbst Zeuge ist: „Vater, die Stunde ist gekommen, verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche, sowie du ihm Gewalt über alles Fleisch gegeben hast, damit er allem, was du ihm gabest, das ewige Leben gebe. Das aber ist das ewige Leben, daß sie dich, den einzigen wahren Gott erkennen und den du gesandt hast, Jesus Christus. Ich habe dich auf der Erde verherrlicht, indem ich das Werk vollendete, das zu tun du mir gabest. Und jetzt verherrliche mich, Vater, bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war! Kundgetan habe ich deinen Namen den Menschen, die du mir gegeben hast.”2
Mit kurzen und wenigen Worten hat er die ganze Aufgabe seines Amtes und der Heilsfügung auseinandergelegt, und um nichts weniger hat er zugleich die Wahrheit des Glaubens gegen jede Einflüsterung teuflischen Truges sichergestellt.
Wir wollen also durchprüfen, was im einzelnen sein Wort leistet.
