5.
Und als der Erlöser die Apostel in die Welt sandte, zu säen das Wort der Wahrheit auf die Felder des Verstandes der Gläubigen und sie dadurch zu bringen in die rechte Ordnung, befahl er, zuvor die Dornen auszurotten, die Pflanzen der Begierlichkeit, den Willen des Fleisches und Verstandes und dem Evangelium sich zu unterwerfen und dann zu säen die Verheißungen der Einladungen, zu rufen durch das Bekenntniß zur Buße und zur Aussöhnung Aller mit dem Schöpfer, gehorsam gemäß der Predigt des Evangeliums, würdig zu werden der heiligen Wohlthaten in lebendiger Hoffnung, auf daß wir gelangen zu den Wohnungen des ewigen Lebens in Christo Jesu. Bei der Versammlung der Apostel wegen dieser Forderung der Juden und Heiden haben sie dieß zuerst überliefert, sich zu enthalten der Unzucht und des Erstickten und des Blutes.1 Welche diese guten Werke gethan, diese erwerben für sich Geschenke und die Zukunft.
Den Anfang macht der Apostel mit der Entfernung der S. 96 Unzucht, damit die vielen Aeste, von denen Schaden ist, verderben, und sie verbieten den Genuß des Erstickten und des Blutes, aber auch Die, welche den Mord beabsichtigen, sollen verderben. Aber durch den Gehorsam gebändigt sollen sie zur Reinigkeit und Mäßigkeit und Klugheit gelangen und gezähmt durch den Glauben eintreten in die Verheißungen der versprochenen Güter. Und alle Sünden sollen wir hassen und wegwerfen wegen der Drohungen der unendlichen Qualen, welche bereitet sind vom Herrn für die Unreinen und die in Unzucht Befleckten. Denn wenn dafür, einen Leichnam zu essen und das Blut der Thiere zu trinken, Unglück und Mißgeschick bevorsteht, wieviel Strafen werden für Die sein, welche das Gleichartige in Gefahr setzen durch Bedrängniß, die Seele und den Leib bedrängen durch verschiedene Gefahren und bittere Qualen und Tod, bereitet vom gerechten Richter! Und der Apostel sagt: „Weder Betrüger, noch Unzüchtige, weder Ehebrecher noch Hurer, weder Knabenschänder noch Diebe oder Mörder und dergleichen erben das Reich Gottes,“2 sondern das unauslöschliche Feuer, nach dem Propheten: „Ihr Feuer erlischt nicht, und ihr Wurm stirbt nicht.“3 Denn ehrenvoll nennt er die Ehe und das unbefleckte Ehebett und vorzüglich die Jungfräulichkeit, aber die Unzüchtigen und Ehebrecher verurtheilt Gott. Und hinwiederum sagt er: „Ihr seid ein Tempel Gottes, und der Geist Gottes ist wohnhaft in euch,“4 das ist unbefleckt von der Häßlichkeit. „Denn heilig ist der Tempel durch deine wunderbare Gerechtigkeit,“ sagt David. „Und wenn Jemand den Tempel Gottes entheiligt, so wird ihn Gott zu Grunde richten; denn der Tempel Gottes ist heilig, und dieser seid ihr inmitten der widerspenstigen und abscheulichen Völker.“5
