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Neue Geschichte (BKV)
Neun und dreißigstes Kapitel.
1. Als auch die Scythen Griechenland in schlimmen Zustand versezten, und sogar Athen1 selbst eroberten, sezte sich Gallienus in Bewegung, um ihnen, da sie schon bis nach Thracien gekommen waren, eine Schlacht zu liefern. 2. Dem Orient S. 73 aber, welcher in einer verzweifelten Lage war, sollte Odenathus zu Hilfe kommen, ein Palmyrener, der gleich seinen Vorfahren bei den Kaisern sehr hoch geschäzt ward. 3. Dieser mischte unter die übrigen dort stehenden Soldaten sehr viele seiner eigenen, zog mit starker Macht gegen den Sapor aus, eroberte sowol die den Persern wider ihren Willen unterworfenen Städte, als auch das von Sapor eroberte und den Persern geneigte Nisibis durch einen schnellen Angriff, und zerstörte es. 4. Zum Zweitenmale, bis gegen Ktesiphon vordringend, trieb er die Perser in ihre Befestigungen, und schloß sie ein, so daß sie froh seyn mußten, sich, ihre Weiber und Kinder retten zu können. Die Angelegenheiten des verwüsteten Landes aber brachte er in möglichst guten Stand. 5. Aber zu Emesa wurde er bei einem Geburtsfeste meuchelmörderisch umgebracht.2 Hierauf übernahm die Geschäftsführung Zenobia, zwar Odenaths Gemahlinn, aber ein Weib von männlichem Geiste, welche mit Beihilfe von dessen Rathgebern gleiche Weisheit bei den Geschäften bewies.
Die, wie Zosimus vorhin erzählte, von den Einwohnern Athens aufgerichtete Mauer konnte sie nicht gegen die Scythen oder Gothen schützen, welche mit einer Flotte im Pireäus einliefen. ↩
Odenathus wurde von Gallienus und dem Senate der Titel Augustus gegeben. Die Geschichte der Zenobia kömmt weiter unten vor. ↩
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Histoire Romaine
39.
Les Scythes continuant à faire le dégât en Grèce et ayant pris la ville d’Athènes, Galien s’avança pour aller combattre ceux d’entre eux qui étaient déjà en Thrace. A l’égard des affaires d’Orient qui étaient presque désespérées, il en donna le soin à Odenat Palmyrénien, qui avait toujours été fort estimé par les Empereurs aussi bien que ses ancêtres. Aussitôt qu’il eût joint ses troupes à celles qu’il trouva en Orient, il s’opposa de tout son pouvoir à Sapor, reprit plusieurs places, et entre autres Nisibe, ville fort affectionnée au parti ennemi, et la rasa. Il s’avança ensuite par deux fois jusqu’à Ctésiphon, repoussa de telle sorte les Perses qu’ils se tinrent fort heureux de pouvoir ses sauver dans leurs villes et y conserver leurs femmes et leurs enfants et rétablir le meilleur ordre qu’il lui fut possible dans un pays ruiné. Comme il était à Emèse, et qu’il y célébrait la solennité d’un jour natal, il y fut tué par une conspiration de ses ennemis. Zénobie sa femme qui avait un courage d’homme, prit le maniement des affaires et étant soulagée par son conseil, ne travailla point avec moins d’application ni de vigilance que son mari au rétablissement du pays.