Einleitung
Lucinus, ein vornehmer und vermögender Spanier, hatte sich in verschiedenen Anliegen an Hieronymus gewandt. 1 In seiner Antwort lädt dieser den neuen Freund ein, nach dem Heiligen Lande zu kommen, um sich dort niederzulassen. 2 Doch traf bald die unerwartete Nachricht vom Tode des Lucinus in Bethlehem ein. Hieronymus tröstet die Witwe, die mit ihrem Manne Enthaltsamkeit gelobt hatte, über das Los des verstorbenen Gatten. Er flicht eine kurze dogmatische, gegen Origenes gerichtete Ausführung ein über den Zustand des menschlichen Leibes im Jenseits. An Lucinus lobt er vor allem dessen Verdienst um die Reinerhaltung des Glaubens während der priszillianischen Wirren, die ganz Spanien in Unruhe versetzt hatten. Mit einer eigenhändigen Nachschrift, die zur Wachsamkeit mahnt, schließt das Schreiben.
Der Brief an Lucinus fällt in das Jahr 398. Da ihn kurz darauf der Tod hinwegraffte, so wird man den vorliegenden Brief mit Rücksicht auf die weite Entfernung am besten etwa ein Jahr nachher anzusetzen haben. Eine spätere Datierung, die Grützmacher nicht für ausgeschlossen hält (I 81), widerspricht dem Zweck des Schreibens. 3
