3.
Aber die trügerische Täuschung der Lüge der Auflehnung, das Verderben, war nicht am Anfang, bevor nicht der Irrthum entstanden war und zum Bösen verkehrte. Und jetzt hat der Böse nicht Macht gegen Den, welcher hört auf die evangelische Predigt und glaubt und wiedergeboren wird vom Wasser und vom Geiste, und er bringt ihn nicht mehr zurück zur Vergänglichkeit und zu dem Bedürfnisse des Bußethuns. Der Tod war nicht, so lange die Sünden nicht waren; und jetzt ist er gebrochen durch die lichtvolle Auferstehung Christi, und wird für nichts erachtet vor den Heiligen Gottes. Die trügerische Täuschung und die hinterlistige Heuchelei und der Stolz war nicht ursprünglich, so lange nicht der widerspenstige Satan war, und jetzt ist er schwach und zeigt nicht die Wahrheit. Die Ungläubigkeit und die Begierlichkeit des Bösen war nicht von Anfang an, so lange nicht der widersetzliche gegen Gott Streitende gestürzt war; und jetzt läßt er nicht erscheinen den Glauben und die Unterscheidung der Gesetze und das Bezeigen der Gottesliebe. Der Ungehorsam und die Ungebührlichkeit war erst, seitdem der Satan und die Menschen nicht mit Gott übereinstimmend waren, und jetzt unterwirft er das Unserige S. 71 nicht Christo und richtet uns darin nicht zurecht. Der Betrug und die Hinterlist war vorher nicht, so lange nicht der hinterlistige Böse war, und jetzt ist er nicht in Christo bewahrheitet. Neid und Haß war nicht, so lange nicht der Böse haßte und in Rache gerieth, und jetzt ist er nicht gemäß der Gnade des milden und neidlosen Willens Christi gegen uns. Haß und Zorn war nicht, so lange er nicht vom Bösen war und voll in uns, und jetzt ist er nicht gemäß der vielen Liebe des sanften und menschenliebenden Erlösers. Der Stolz und die Selbstliebe war erst, seitdem der Böse hochmüthig war und uns schuldig machte, und jetzt zeigt er nicht den Demüthigen und den uns Liebenden, welcher sagt: „Lernet von mir; denn ich bin sanftmüthig und demüthig von Herzen, und ihr werdet Ruhe finden.“1 Aerger und Beleidigungen waren nicht, so lange sich das Mitleid der Barmherzigkeit regte in der Sorge. Die Unersättlichkeit der Völlerei und der Geiz war nicht, und jetzt gibt es nicht mäßige Reine und das Irdische Verachtende. Unerträgliche Schändlichkeit war nicht, so lange er nicht die Reinigkeit gebrochen hatte; aber als zu erscheinen begann die Reinigkeit der göttlichen Gnade, da wurde die Häßlichkeit des Lasters gebrochen.
Mt 11,29. ↩
