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Denn durch ihre Mühe sind sie bereichert worden vom Herrn zum Erbe der unbeschreiblichen, unerforschlichen, allwissenden Liebe, zum Erbe des unsterblichen und unerreichbaren, unvergleichlichen und unermeßlichen Lichtes auferwacht von den irdischen Dingen und von den körperlichen S. 78 Zerstreuungen, zu beherzigen die allwissenden Mittel mit Vorsicht und Bedachtsamkeit, Tag und Nacht mit unaufhörlichen Bitten zum Herrn die wunderbare, lichtvolle Gegend zu betrachten mit glühender Liebe und im Gedächtniß der versprochenen Kindschaft, mit Sehnsucht nach seinen Gütern zu verlangen und ihm zu unterwerfen den Willen der Regungen des Fleisches. Die Stärke erhalten sie von der Hilfe des Herrn, damit sie makellos seien, zu verdrängen alle fleischlichen Regungen und innen verborgen zu bleiben rein und makellos in der Beobachtung der geistigen Gesetze, bestärkt und vorsichtig im Willen des Herrn, mit heiliger Erkenntniß auferweckt zur Berufung der himmlischen Verheißungen, zu erhalten als Unterpfand der Liebe den Trost durch freie, heilige Regungen, mit heißer Liebe entflammt zum süßen Leben des belebenden Wortes, durch den Empfang des heiligen Sakramentes, im Gedächtniß des Unaussprechlichen zu schauen in das Land der versprochenen Verheißungen, wie es von den Bienen ersichtlich ist, welche von den Blumen das Nothwendige in die Zellen tragen und daraus die Süßigkeit bereiten, welche allen herben und bitteren Geschmack versüßt. Ebenso sollen wir auch von den heilsamen Ermahnungen ermuthigt werden und von diesen das Nützliche durch Weisheit erlangen, geführt zu allem Guten zur Bereitschaft des Glaubens und wahrer, reiner Sitten, in süßer Hoffnung zu beschreiten den irrthumslosen Weg, welcher führt zum ewigen Leben, zu gelangen in die Wohnungen des Lebens, zur Pforte der Erlösung, mit großer Begierde und mit heftigem Hunger zu kosten die angenehme Sorge der Süßigkeit des Gütigen und dadurch immer zu besitzen die unaussprechlichen Güter mit vernünftiger Weisheit in Christo, mit heiliger Zärtlichkeit zur Erneuerung zu empfangen das Unterpfand des Lebens und darin zu bleiben in bedürfnißloser Seligkeit, welche immer unaussprechlich und unendlich ist, in eifriger Wachsamkeit vor dem Raube der weltlichen Zerstreuungen, welche den Verstand bewegen zum Irrthum und den Leib zu den Schlägen S. 79 der Begierlichkeit, was der Schmach und Verachtung würdig ist in Strafen.
