Eilftes Kapitel. Neuer Mangel in Rom.
1. Da aber Heraklianus alle Häfen Libyens mit aller möglichen Vorsicht verwahrte, und kein Getraide, kein Oel, noch sonsten etwas von Lebensbedürfnissen, nach Rom bringen ließ, so drückte die Stadt bald ein größerer Mangel, als vorher1. Denn die Unterkäufer verbargen, was sie zu verkaufen hatten, in Hoffnung, alles Geld an sich zu ziehen, wenn man ihnen zahlte, was sie nach Willkühr bestimmten. 2. So wurde die Stadt in solche Noth versetzt, daß diejenigen, die glaubten, man werde itzt selbst Menschenfleisch genießen müssen, bei den öffentlichen Spielen die Stimme hören ließen: Setze dem Menschenfleische einen Preis2.
Da Alarich sie belagert hatte. — Auch kam zur Sperrung Libyens noch der Umstand, daß die Aecker in Italien wegen der innern Kriege seit verschiedenen Jahren nicht recht waren angebauet worden. ↩
Und doch noch Spiele! Juvenal sagte: (10, 81.) Panem et Circenses! Izt, in der äußersten Noth, hieß es Circenses et panem. ↩
