33. Der Weg zum Vater geht durch den Sohn. Sinn dieses Wortes.
S. 375 Der Herr hat uns über die Lehre eines so erhabenen Geheimnisses nicht in Unsicherheit oder Zweifel gelassen, hat uns auch nicht dem Irrtum zwiefacher Deutung absichtlich anheimgegeben.
Hören wir doch, wie er die ganze Erkenntnis dieser Glaubenslehre den Aposteln offenbart: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, es sei denn durch mich. Wenn ihr mich kennt, kennt ihr auch den Vater; und von jetzt an werdet ihr ihn kennen, und ihr habt ihn gesehen. Philippus sagt ihm: Herr, zeige uns den Vater, und es genügt uns. Jesus spricht zu ihm: Solange (schon) bin ich bei euch, und noch habt ihr mich nicht kennengelernt? Philippus, wer mich gesehen hat, der hat auch den Vater gesehen. Wie sagst du: Zeige uns den Vater? Du glaubst mir nicht, daß ich im Vater bin und daß der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch spreche, spreche ich nicht von mir aus; sondern der Vater, der in mir ist, tut seine Werke. Glaubt mir, daß ich im Vater bin und daß der Vater in mir ist. Wenn aber nicht, dann glaubt wenigstens wegen der Werke selbst.”1
Jener führt uns nicht in falsches und wegloses Land, der der Weg ist, noch treibt mit Falschem seinen Spott, wer die Wahrheit ist, noch läßt in todbringendem Irrtum zurück, wer das Leben ist. Weil er selbst diese gütigen Namen seiner Aufgabe unseres Heiles wegen festgelegt hat, um uns wie auf einem Wege zur Wahrheit hinzuführen und um die Wahrheit uns das Leben geben zu lassen, deswegen gilt es zu erkennen, was es um das Geheimnis jenes Lebens sei, das angestrebt werden soll.
„Niemand kommt zum Vater, es sei denn durch mich.”2 Der Weg zum Vater geht durch den Sohn. Die Frage ist, ob dies von der Mahnung der Lehre gelte oder von dem S. 376 Glauben an das Wesen, weil es den Anschein haben könnte, daß wir zum Vater eher durch die Lehre des Sohnes kämen als durch das Bekenntnis an die väterliche Göttlichkeit in ihm. Den Sinn der Deutung wollen wir also in dem Folgenden suchen. Denn der Glaube liegt nicht in unserem Belieben, sondern muß aus dem inneren Gehalt der Worte angenommen werden.
