2. Zweiter pseudoisidorischer Brief.
An die Ägyptier gerichtet.1
Den theuersten Brüdern, welche in Ägypten dem Herrn dienen, (sendet seinen Gruß) Zephyrinus, Erzbischof der römischen Stadt.
An unseren, vom Herrn und dem Apostel Petrus mit S. 305 der Oberhoheit über die ganze Kirche ausgestatteten (c. 1.) Stuhl ist durch einen Gesandten berichtet worden, daß in Ägypten einige Bischöfe von ihren Sitzen vertrieben und so beraubt zu Gericht gezogen werden, was doch im kirchlichen und weltlichen Gesetze verboten ist. (c. 2.) „In den alten Verordnungen ist befohlen, daß vertriebene und ihrer Habe beraubte Bischöfe in ihre Kirchen wieder aufgenommen und ihnen zuerst Alles zurückgegeben werden muß, und erst dann kann Jemand, wenn er eine gerechte Klage vorbringen wollte, Dieß auf gleiche Gefahr hin thun; Richter aber sollen rechtlich gesinnte Bischöfe sein, welche in der Kirche sich versammeln, wo die Zeugen der Angeklagten zugegen sind; und nicht früher dürfen Jene sich verantworten, bis nicht ihnen und ihren Kirchen Alles vollständigst nach den Gesetzen zurückerstattet ist.„2 Übrigens wundert euch nicht über die Verfolgungen, auch euer Herr ist verfolgt worden; er wird euch helfen und rächen. (c. 3.) An der gegenseitigen Liebe, besonders gegen Bedrängte, soll man euch als Schüler Christi erkennen. (c. 4.) „Die Weihen der Priester und Leviten aber haltet zur geeigneten Zeit und feierlich in Gegenwart Vieler und erhebet erprobte und gelehrte Männer zu diesem Amte, auf daß ihr an ihrer Gemeinschaft und Hilfe große Freude habet.“ 3 (c. 5.). S. 306 S. 307
