5.
Er hat den freien Geschöpfen wie einem Kinde zwei Lehrmeister gegeben, die Drohungen und die Verheißungen, sich zu fürchten vor den Drohungen und zu fliehen vor dem S. 24 Schädlichen und sich zu sehnen nach dem verheißenen Guten und zu folgen der Gerechtigkeit, an der Hand der wahren heiligen Schriften den Ermahnungen der Gerechtigkeit und der Macht zu gehorchen aus Bescheidenheit. Denn deßhalb hat er die Propheten und die Apostel und die Patriarchen gegeben als Lehrer und Unterweiser, daß sie uns erfahren machen und unterrichtet und verständig im guten Willen Gottes, der von allen Menschen will, daß sie leben und zur Erkenntniß der Wahrheit gelangen und durch die Werke der Gerechtigkeit dankbar seien dem himmlischen Vater und dem eingebornen Sohne und dem heiligen Geiste, welcher das Leben gibt seinen Geschöpfen, auf daß sie mitwirken mit dem wohlthätigen Willen Gottes. Durch solches Recht und solche Gerechtigkeit hat er uns eingeführt in das Erbe seiner Gottheit nach dem Ausspruche des Apostels: „Erben Gottes und Miterben Christi.“1 Wenn wir Christo gleichförmig werden, so werden wir auch theilnehmend an seinem Ruhme. Laßt uns also nicht säumen in unserem Leben, sondern Acht haben auf das Zeichen des Rufes, mit eiligem Eifer zu lernen und zu thun seinen Willen; denn groß wird genannt werden im Reiche Gottes, wer seinen Willen thut.2 Und laßt uns unterrichtet sein in Dem, was er gethan und gelehrt hat seinen Auserwählten durch seine Menschwerdung, auf daß wir auf den Weg des Wandels unseres Erlösers blicken und ihm ähnlich werden und durch das Prophetenthum und die apostolische Predigt und durch das Patriarchenthum kennen lernen den allmächtigen Vater und den gleichmächtigen Sohn und den mitwirkenden Geist, und damit wir erkennen und wissen und verstehen, was dem Schöpfer wohlgefällig ist, im rechten Glauben unzertrennlich bleiben von der Liebe des Schöpfers in der Verfolgung und in der Ruhe und gerechtfertigt erkenntlich seien dem Willen des S. 25 Wohlthäters. Die Mühen der Leiden sollen wir vor Gott bezeugen und in Treue preisen den Herrn, den Geber alles Guten, und dankend ihn rühmen. Aber auch der Herr. selbst hat seine Wohlthaten als Zeugen seiner Liebe und Güte gegen die Auserwählten und Vollkommenen, über welche die Gnaden Gottes sich ergießen. Auch gegen die vom Geiste Begnadigten, welche zur Buße durch das Bekenntniß umkehren, ist er nachsichtig und sorgt für sie und heilt sie in Barmherzigkeit und läßt ihnen die Sünden nach gemäß seiner großen Milde. Ja selbst gegen die Gotttosen und Ungerechten, in Sünden Lasterhaften, deren Sinn verfinstert ist und entfremdet dem Leben der Heiligen und der Gerechten, ist er langmüthig, daß sie umkehren zur Buße; wenn aber nicht, dann bleibt über ihnen stehen der Zorn und der Aerger von dem Schöpfer Aller nach dem Worte des Apostels.3
