2. Durch welches Hilfsmittel Hilarius jegliche Gefahr vermieden hat. Ziel des vorigen Buches.
Doch wir sind der Weisheit Gottes teilhaft geworden, die der Welt eine Torheit ist,1 und wollten durch das heilwirkende und unversehrte Bekenntnis des Glaubens des Herrn das Trügerische der schlangenfalschen Lehre klarstellen. Deswegen haben wir uns mit einem solchen Plan zur Widerlegung ans Werk gemacht, der zu dem erforderten Nachweis der Wahrheit einen Zugang böte und sich nicht in die Gefahr eines ungläubigen Bekenntnisses verstricke. Mit Mäßigung haben wir zwischen beiden den Mittelweg gewählt. Wir streiten nicht ab, daß es nur einen Gott gibt; wir lehren aber, daß es Gott und Gott gebe, (und zwar) auf das Wort dessen hin, durch den der eine Gott verkündet wurde. Wir lehren, daß Gott einer sei, aber nicht durch Einzigkeit (des Gott-seins), zerschneiden ihn aber anderseits nicht bis zur Verschiedenheit in der Zahl (des Gott-seins). Dagegen lehren wir auch nicht nur (eine Verschiedenheit) in (den) Namen, sondern wir zeigen (die Lehre von) Gott S. 220 und Gott, indem wir vorerst die vollständigere Erledigung der Frage nach der (Art ihrer) Einheit zurückstellen und verschieben.2 Daß Moses zu Recht nur einen Gott gelehrt habe, das bestätigen die Evangelien; und daß wiederum in treugläubiger Weise in den Evangelien von Gott und Gott gelehrt werde, dazu gab Moses mit seiner Lehre von dem einen Gott die Veranlassung. Daher ist es kein Widerspruch gegen die maßgebende Lehre gewesen (was wir lehrten), sondern die Antwort wurde ganz aus ihr entnommen, damit es nicht statthaft sei, deswegen die Gottheit des Sohnes Gottes zu leugnen, weil Gott für Israel nur einer ist. Denn für die Lehre der Göttlichkeit des Gottessohnes ist derselbe der Gewährsmann, der es auch für die Einzigkeit Gottes ist.
