12. Aus Glaubenseifer geht Hilarius über sein Ziel hinaus.
Welch ungeduldiger Glaubenseifer, welches Schweigen, das das ersehnte Wort nicht zu bändigen vermag! Denn schon im vorigen Buch sind wir über das Maß des geplanten Lehrabschnittes hinausgegangen; als wir nämlich nachwiesen, daß von den Irrlehrern zu Unrecht die (zahlmäßige) Einheit Gottes (als Person) behauptet werde, und wir zeigten, daß von Moses „Gott und Gott“ gelehrt werde. Da sind wir in wohlgemeinter, aber doch unbedachter Eile bis zur wahren und rechtgläubigen Darlegung des einen Gottes vorgedrungen. Und auch jetzt verweilen wir in der Bemühung um eine andere Frage, haben uns also nicht an die festgelegte Reihenfolge gehalten; und während wir von der wahren Göttlichkeit des Gottessohnes sprechen (sollen), sind wir in der Glut unseres Feuereifers bis zur Darlegung der wahren Göttlichkeit im Vater und im Sohn vorgestürmt.
S. 231 Doch einem eigenen Abschnitt soll die (Darlegung der) Wahrheit unseres Glaubens vorbehalten bleiben;1 wenn das auch zur Sicherung des Lesers begonnen wurde, so soll es doch bis zur Selbstaufgabe des Widersachers vollständiger abgehandelt und erledigt werden.
Buch 8. ↩
