9. Der Mensch, der nach dem Bilde des Vaters und des Sohnes erschaffen werden soll, wird nach dem Bilde Gottes erschaffen.
[Forts. v. S. 227 ] Doch wir wollen der Reihenfolge der (biblischen) Lesung folgen, damit nicht durch einen Zusammenstoß mit der Falschheit die Wahrheit mindernde Änderung erleide, die mit sich immer in sinnvollem Zusammenhang bleibt.
„Und Gott erschuf den Menschen; nach dem Bilde Gottes erschuf er ihn.”1 Das Urbild ist gemeinsam: Gott erschuf den Menschen nach dem Bilde Gottes. Wenn jemand die wahre Gottheit des Gottessohnes abstreitet, so frage ich, nach welchen Gottes Bilde denn seiner Meinung nach der Mensch erschaffen worden sei. Immer möge er aber bedenken, daß durch den Sohn alles (erschaffen worden sei), damit er nicht etwa in irrlehrerischer Deutung den Handlungsvollzug Gottes des Vaters nur auf ihn (den Vater) beziehe. Wenn also der Mensch nach dem Bilde Gottes des Vaters durch Gott den Sohn gestaltet wird, so wird er auch nach dem Bilde Gottes des Sohnes gestaltet. Denn niemand kann das an den Sohn gerichtete Wort abstreiten: „Nach unserem Bild und Gleichnis”. Es hielt also das göttliche Wort die Bedeutung des wirklichen Sachverhaltes fest, die auch der Vollzug in der Verwirklichung vollzog: um den Menschen nach Gottes Bild zu formen, um die Gottheit (des Sohnes) zu kennzeichnen, und nicht, um (ihm) die Wirklichkeit als Gott zu nehmen. Denn auch in der Gemeinschaft des Bildes ist wahrer Gott, der bei der Ausführung des Werkes als wahrer Gott erkannt wurde.
Gen. 1, 27. ↩
