2. Wie anfangende Mönche durch das Beispiel der alten gebildet werden müssen.
Wer immer, o Söhne, Geschicklichkeit in irgend einer S. b215 Kunst erlangen will, der wird, wenn er nicht mit aller Sorgfalt und Wachsamkeit sich der Erlernung der gewünschten Kunst widmet und die Lehren und Anweisungen gerade der besten Meister dieser Fertigkeit oder Wissenschaft einhält, vergebens mit seinen leeren Wünschen die Ähnlichkeit mit Jenen zu erreichen verlangen, deren Sorgfalt und Eifer er nachzuahmen verschmäht. Wir wissen nun, daß Einige aus euern Gegenden so hieher kamen, daß sie nur zur Kenntnißnahme in den Klöstern der Brüder umhergiengen, nicht aber um diese Regeln und Einrichtungen, wegen deren sie hieher gewandert waren, auch anzunehmen, und nach der Rückkehr in ihre Zellen den Versuch zu machen, Das, was sie durch Augenschein oder Lehre erfaßt hatten, nun auch durch die That zu erproben. Diese behielten ihre Sitten und Bestrebungen nach gewohnter Übung bei und haben, wie ihnen von Einigen vorgeworfen zu werden pflegt, die Meinung verschuldet, daß sie nicht wegen ihres Fortschrittes, sondern nur um dem Druck der Armuth auszuweichen, die Gegend vertauscht. Denn sie konnten nicht nur keine Ausbildung erlangen, sondern nicht einmal länger hier verweilen bei dem Eigensinn ihres hartnäckigen Gemüthes. Da sie also weder die Weise der Fasten, noch die Ordnung der Psalmen, noch endlich den Brauch in der Kleidung änderten, was sollten sie glaublicher Weise Anderes in dieser Gegend suchen als eine Ersparniß in ihrem Lebensunterhalt?
