3. Konstantin erhebt sich zum Schutze der Christen, denen eine Verfolgung drohte.
Da dieser sah, daß nicht mehr erträglich sei, was ihm zu Ohren kam, ging er reiflich mit sich zu Rate, und indem er der Strenge in seinem Charakter die angeborene Milde paarte, eilte er den Unterdrückten zu Hilfe; denn er hielt dafür, es müsse ein frommes und heiliges Werk sein, einen einzigen Menschen aus dem Wege zu schaffen, um dadurch einen so großen Teil des Menschengeschlechtes zu retten; wenn er nämlich nur seine große Milde walten ließe und sich dessen erbarmte, der keines Mitgefühles wert sei, würde diesem kein Vorteil daraus entspringen, da er nimmermehr von seinen schlechten Neigungen abstünde, vielmehr nur noch seine Wut gegen seine Untertanen steigern würde, während den von ihm Mißhandelten keine Hoffnung auf Rettung mehr übrig bliebe. Nach solchen Erwägungen eilte der Kaiser unverzüglich denen, die schon in die äußerste Not geraten waren, seine rettende Rechte zu reichen.
S. 53Er traf also die gewohnten Vorbereitungen, sein Heer auszurüsten, und es versammelte sich um ihn seine ganze Armee, Fußvolk wie Reiterei; allen Scharen aber voran zog in der oben erwähnten Fahne das Zeichen der guten Hoffnung auf Gott.1
Vgl. Kirchengeschichte X 9, 2 f. ↩
