12. Konstantin siegt im Zelte betend.
Indem sich aber Licinius mit solchen Dingen beschäftigte, stürzte er sich selbst in den Abgrund des Verderbens, während der Kaiser, da er sah, daß noch eine zweite Schlacht nötig sei, seine freie Zeit ganz seinem Erlöser weihte; er hatte sein Zelt außerhalb des Lagers möglichst weit entfernt davon aufschlagen lassen und sandte nun, heilig und rein daselbst betend, zu Gott seine Gebete empor, genau nach dem Beispiele jenes alten Propheten Gottes, der, wie die Heilige Schrift verbürgt, sein Zelt außerhalb des Lagers aufgeschlagen hat1 . Ständig waren da nur wenige bei ihm, deren Glauben und wahre Gottesfurcht er erprobt gefunden hatte. Dies war er auch sonst zu tun gewohnt, so oft er sich anschickte, eine Schlacht zu schlagen; denn aus Vorsicht war er bedächtig und nur nach Gottes Willen wollte er alles tun. Wenn er so in Muße seine Bittgebete zu seinem Gott sandte, wurde ihm wohl durchweg auch eine Erscheinung zuteil; dann sprang er, wie von einer höheren Begeisterung getrieben, aus seinem Zelte hervor und befahl seinen Heeren, sofort aufzubrechen und nicht zu zögern, sondern noch zur selben Stunde das Schwert zu ziehen. Diese aber griffen auf einmal an und schlugen Mann für Mann nieder, bis sie in der kurzen Zeit einer Stunde den Sieg errungen hatten und die Siegeszeichen über die Feinde errichten konnten.
Ebd. 33, 7. ↩
