9. Wie Childebert nach Arvern kam
Als aber Theuderich noch in Thüringen war, verlautete zu Arvern, er sei getötet worden, und Arcadius, einer von den vornehmsten Römern1 zu Arvern, forderte deshalb Childebert S. 143 auf, zu kommen und jene Gegend in Besitz zu nehmen. Dieser brach auch sogleich auf und kam nach Arvern. Es war aber an jenem Tage gerade ein so dicker Nebel, daß man nicht fünfzig Schritte weit2 sehen konnte. Der König hatte früher wohl öfters gesagt: »Jch möchte doch einmal mit eignen Augen die Limagne von Arvern3 sehen, die so reich an Anmut und Lieblichkeit sein soll« Doch das wurde ihm nun diesmal nicht von Gott befchieden. Die Tore der Stadt fand er verschlossen, und da er deshalb keinen Zugang hatte, sprengte Arcadius den Riegel des einen Tors und ließ ihn so in die Stadt. Indessen aber kam die Nachricht, Theuderich sei am Leben und aus Thüringen zurückgekehrt.
»Einer von den Senatoren«; er war der Sohn des Btfchvfs Apolllslaklss «« Enkel des berühmten Apollinaris Sidonius. ↩
Gregor schreibt: nicht über zwei Drittel eines Jugerum; das Jugerum ist ein Flächenmaß, wird aber auch zur Bezeichnung eines Längenmaßes von 104 Fuß angewendet. ↩
Das Tal des Allier, östlich von Clermont, noch jetzt wegen seiner Fruchtbarkeit und Schönheit gerühmt. Apollinaris Sidonius sagtjszin seinen Briescn (I«.V,J1, 5) von der Umgebung von Clermont, sie lasse viele Fremde, die· sie stritt) nur Un Emökges Mal gesehen, ihre Heimat vergessen. ↩
